Dow lässt Börsen beben

24. Februar 2009, 14:37
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Die New Yorker Börse schließt auf dem tiefsten Stand seit 1997, Europas und Asiens Börsen können sich heute dem Sog nicht entziehen

Frankfurt/New York - An den Börsen wurden am Montag neue Schallmauern von oben durchbrochen. Der New Yorker Dow-Jones-Index sackte wegen Konjunktursorgen um 3,41 Prozent auf den tiefsten Wert seit mehr als elf Jahren ab. Vor allem Industrie- und Technologiewerte wurden auf den Markt geworfen.

Der Frankfurter Leitindex Dax hatte bereits zuvor erstmals seit Herbst 2004 unter der Marke von 4000 Punkten geschlossen. An dem Aktienmarkt sorgte der Chefökonom der Deutschen Bank, Norbert Walter, für Nervosität: Er befürchtet, dass die Wirtschaft heuer um mehr als fünf Prozent schrumpfen könnte. Die derzeitige Lage werde von Politikern und Unternehmen schöngeredet, erklärte der Experte.

Gegen den Trend behaupten konnten sich am Montag mehrere Finanztitel. Vor allem Citigroup legten zu, weil die USA eine weitere Kapitalspritze für die einst weltgrößte Bank ins Auge fassen dürften. Ebenfalls neuerlich in die Tasche greifen muss Washington für den bereits vor dem Bankrott bewahrten US-Versicherer AIG. Der Konzern soll laut Nachrichtensender CNBC im vierten Quartal 2008 einen Verlust von 60 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro) eingefahren haben. Das wäre das größte Minus in der US-Geschichte. Bisher mussten die Vereinigten Staaten bereits 150 Milliarden Dollar in die Versicherung pumpen.

Europa im Sog

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag zu Mittag mit deutlich schwächeren Kursen tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 13.30 Uhr mit 3.872,41 Punkten und einem Minus von 64,04 Einheiten oder 1,63 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verringerte sich um 29,4 Zähler oder 0,76 Prozent auf 3.821,33 Stellen. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 büßte 22,31 Einheiten oder 1,12 Prozent auf 1.969,32 Punkte ein. Der Index sackte damit auf den tiefsten Stand seit März 2003 ab. Der ATX an der Wiener Börse kann sich dem Sog nicht entziehen und liegt um 14:30 Uhr bei 1411, 08 Zählern. (minus 3,60 Prozent) .

Auch die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag mit Verlusten tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio verbilligte sich um 107,60 Zähler oder 1,46 Prozent auf 7.268,56 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor um 376,58 Zähler (minus 2,86 Prozent) auf 12.798,52 Einheiten.

Die Märkte in Singapur und Sydney mussten Abschläge verbuchen. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 1.614,44 Zählern und einem Minus von 16,25 Punkten oder 1,00 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel um 19,1 Zähler oder 0,58 Prozent auf 3.285,0 Einheiten.

An der chinesischen Börse in Shanghai stürzte der Shanghai Composite um 4,56 Prozent oder 105,12 Zähler auf 2.200,65 Punkte ab. (APA/red)

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