Red Hat baut eigenes Virtualisierungsangebot stark aus

24. Februar 2009, 08:10
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Neue Managementlösungen für Desktop- und Server-Infrastrukturen sollen als Open Source veröffentlicht werden - KVM soll Xen vollständig ablösen

Einen deutlichen Ausbau der eigenen Aktivitäten im Virtualisierungsbereich hat der Softwarehersteller Red Hat nun bekannt gegeben. Das Kernstück bildet dabei der fix in den Linux-Kernel integrierte Hypervisor KVM, dessen Hersteller Qumranet hatte Red Hat vergangenes Jahr übernommen. Das noch bis vor einigen Monaten favorisierte Xen will man zwar für BestandskundInnen bis 2014 weiter supporten, gleichzeitig sollen diese aber auch mit eigenen Migrationsangeboten und -tools zum Umstieg gelockt werden. 

Management

Gleichzeitig hat das Unternehmen zugehörige Managementlösungen angekündigt: Der Virtualization Manager für Server soll zur zentralen Verwaltung entsprechender Rechensysteme dienen, und dabei auch mit fortgeschrittenen Features wie der Live-Migration von laufenden virtuellen Maschinen zwischen unterschiedlichen physischen Rechnern oder einem Image Manager aufwarten können. Die Software soll zusätzlich die Themenfelder "High Availability" und "Storage Virtualisierung" abdecken.

Open Source

Das Unternehmen streicht heraus, dass dies die erste vollständig als Open Source verfügbare Lösung für entsprechende Aufgaben sein wird, die anderen in diesem Umfeld tätigen Hersteller haben zwar teilweise ihren Hypervisor freigegeben, die Managementlösungen behält man aber meist proprietär. Sls Basis setzt für sein eigenes Angebot setzt man auf bekannte Lösungen wie die eigene libvirt, die neuen Teile des Source Codes sollen nach und nach in den kommenden Monat freigegeben werden.

Desktop

Der Softwarehersteller will sich allerdings nicht nur auf die Virtualisierung des Server-Umfelds beschränken, so soll der ebenfalls neue Virtualization Manager für Desktops eine vollständige Virtual Desktop Infrastruktur bieten. Bei dieser werden virtuelle Maschinen zentral auf einem Server gelagert und bei Bedarf als Desktop an die jeweiligen Clients ausgeliefert.

Hypervisor

Eine weitere Neuankündigung ist der "Red Hat Enterprise Virtualization Hypervisor". Dabei handelt es sich um einen "Bare Metal"-Hypervisor, der - ähnlich etwa VMwares ESX3i - mit einer minimalen Betriebssystemumgebung direkt auf der Hardware fix eingerichtet werden kann.

Angebot

Alle jetzt angekündigten neuen Produkte sollen innerhalb  der kommenden 18 Monate auf dem Markt erhältlich sein, die ersten Teile davon will man aber bereits Mitte des laufenden Jahres anbieten. (Andreas Proschofsky aus Cannes, derStandard.at, 24.02.2009)

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