Pentagon rät zu Lockerung auf Guantánamo

24. Februar 2009, 18:08
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US-Verteidigungsministerium: Mehr Freizeit und gemeinsame Gebete für Häftlinge

Washington/Paris - Das US-Verteidigungsministerium hat Verbesserungen der Haftbedingungen im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba vorgeschlagen. Die Zustände entsprächen zwar gegenwärtig grundsätzlich den Vorgaben der Genfer Konvention, es könne aber mehr für das psychische Wohlergehen der Gefangenen getan werden, sagte US-Admiral Patrick Walsh am Montag in Washington zu einem entsprechenden Pentagon-Bericht.

Als Beispiele für Verbesserungen nannte er eine Ausweitung der Kontaktmöglichkeiten unter den Lagerinsassen, ein größeres Freizeitangebot und die Möglichkeit zu gemeinsamen Gebeten.

Mehrere der derzeit noch 240 Gefangenen in Guantánamo haben den US-Behörden vorgeworfen, gefoltert worden zu sein. Walsh räumte bei der Vorstellung des Berichts ein, dass in der Vergangenheit mehrfach "Fehlverhalten" von Wächtern in Guantánamo festgestellt worden sei. Dabei habe es sich um Beleidigungen von Häftlingen und den Einsatz von Pfefferspray gehandelt. Den Bericht des Pentagon hatte US-Präsident Barack Obama angefordert; er will das Lager bis Jänner 2010 schließen.

In Frankreich sind am Dienstag fünf ehemalige Guantánamo-Häftlinge vom Vorwurf des Terrorismus freigesprochen worden. Die Ermittlungen seien "nicht ordnungsgemäß" verlaufen, hieß es in der Begründung des Pariser Berufungsgerichts; Vernehmungsprotokolle aus Guantánamo erklärte das Gericht für nichtig. (AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2009)

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