
Islamunterricht: Die professionelle Aufbereitung fehlt.
Der Islamunterricht wäre eine gute Gelegenheit, um die jungen Muslime in der Gesellschaft zu integrieren. Leider haben wir Muslime diese Möglichkeit nicht ernst genommen und deshalb verpasst.
Die Glaubensgemeinschaft hat Lehrer mit Büchern und Fachinspektoren in die Schulen geschickt, die nicht geeignet sind, und wir vertrauten ihr und hofften, nachdem wir merkten, dass doch nicht alles so gut war, wie es sein sollte, dass sie mit der Zeit ihre Fehler einsehen und verändern würde. Dem war aber nicht so. Die islamische pädagogische Akademie in Wien brachte nicht die Veränderungen, auf die man wartete.
Aber was ist in der Zeit passiert, seit dem der Islamunterricht an den öffentlichen Schulen eingeführt wurde?
Nichts.
Die Kluft zwischen uns Muslimen und der Gesellschaft, in der wir leben, ist immer noch sehr tief, obwohl bereits die dritte Generation ihren Einzug gehalten hat. Der Islamunterricht könnte gerade hier diese Kluft verringern.
Wir beteiligen uns an nichts. Mit ein paar Ausnahmen vielleicht versuchen die Muslime immer noch in dieser Rolle als "Gast" zu leben. Wir haben nicht einmal unser "Da-Sein" realisiert. Wir haben immer noch Vereine, die Verbindungen zu den Heimatländern haben, die uns dabei helfen, uns selbst zu isolieren. Wir importieren immer noch Vorbeter, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, da sie ja wieder in die Heimat zurückgehen. Manche von ihnen sind Religionslehrer geworden und haben sich trotzdem nicht um eine Ausbildung oder die Sprache gekümmert.
Und die Glaubensgemeinschaft, beziehungsweise das Schulamt der Glaubensgemeinschaft, hat auf diesem Gebiet gar nichts unternommen.
Wenn wir ihre Bücher, Lehrpläne und ihre Fortbildungen sehen, stellen wir fest, dass sie auch aus der Perspektive eines Vereins gearbeitet haben. Professionelle Arbeit fehlt. Wenn es irgendwo gebrannt hat, hat man nur schöngeredet, statt ernsthafte Lösungen anzubieten. Sonst hat man nichts von der Islamischen Glaubensgemeinschaft wahrgenommen.
Unser Da-Sein ist für viele Muslime eher physisch, ihre Seelen sind mehr in der "Heimat" . Und in dieser Diaspora vertritt der Verein die Heimat. Dieses Denken findet seinen Niederschlag im Islamunterricht.
Wir bewegen uns zwischen den Vereinen und der virtuellen Welt durch Sender aus der Heimat. Wozu sollte man sich da intensiv mit einer anderen Sprache und Kultur auseinandersetzen?
Wir wollen sogar Moscheen haben, die so aussehen wie die Moscheen aus dem Orient.
Die Schüler haben eine Stunde in der Woche, in der sie in dieses "Heimatgefühl" eintauchen, doch es wird ihnen selten vermittelt, dass sie ein aktiver Teil dieser Gesellschaft sein könnten, auch als Muslime.
Sowohl die Lehrer als auch die Inspektoren und die Lehrmittel sind an ein System gebunden, das sie blockiert und ihnen nicht dabei hilft, sich für das Hier und Jetzt zu entscheiden. Wenn sich jemand von dieser "Klemme" befreien will, meldet er sich vom Unterricht ab.
Selten wird während des Unterrichts die Rolle des Muslim-Seins in Österreich behandelt oder die Frage, wie man Beziehungen zur Gesellschaft aufbauen kann.
Im Grunde genommen könnte man von einem Ghettodasein sprechen. Mehr und mehr isolieren wir uns von den Menschen hier, und der Islamunterricht hat dies forciert.
Der Islamunterricht kann sicher nicht so viel bewegen, doch könnte er jungen Menschen helfen, offen zu sein, andere zu respektieren, einen Platz hier zu finden.
Doch wer nimmt nun alles in die Hand? Wer hilft uns bei den Veränderungen, die schon lange hätten passieren sollen?
Das Unterrichtsministerium wäre die einzige Institution, die zurzeit das Thema Islamunterricht an öffentlichen Schulen übernehmen sollte, denn die IGG scheint unfähig dafür zu sein. Die Krise, die wir jetzt haben, hat sie selbst hervorgerufen, und sie ist nicht in der Lage, alles allein zu bewältigen.
Wir dürfen nicht vergessen: Wenn wir nicht den Druck von außen gehabt hätten, wäre immer noch nichts geschehen.
Wir können nicht warten, bis sich die Islamische Glaubensgemeinschaft neu gebildet hat und alles wieder "in Ordnung" bringt, weil sie noch viel Zeit braucht, um ihre Aufgabe zu verstehen. Hier spreche ich als Schura-Rats-Mitglied. (Aly El Ghoubashy/DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2009)
Zur Person
Mag. Aly El Ghoubashy, geboren 1955, ist Islamlehrer am BORG in Feldkirch.
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Ich denke mir, dass sich einige der 1. und 2. Generation von der Gesellschaft isoliert. Aber was ist denn mit der 3. und 4. Generation, die schon die Sprache sprechen, sich in der Gesellschaft integriert haben und einfach ihre ZUKUNFT hier in Österreich sehen und einen kleinen bis gar keinen Bezug zum Heimatland haben? Vorallem denke ich mir sollte es Religionslehrer geben, die in Österreich aufgewachsen sind, um auf die Schüler einzugehen. Und die die Schüler auf ein MITEINANDER der Gesellschaft vorbereiten und auch orientieren zu lassen......Thats it...
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt."
"Die Forderung der Zeit ist nicht eine einzige Religion, sondern die gegenseitige Achtung und Toleranz der Anhänger aller Religionen."
Beide Zitate stammen von Mahatma Gandhi und es ist wunderbar zu sehen, dass es Menschen gibt die versuchen andere Menschen hellhörig zu machen auf Schwächen oder Missstände. Die Welt ist voller Farben, nicht nur rot weiss(egal in welcher Form).
Um zu tolerieren, zu verstehen und zu sehen, dass alle Menschen gleich sind muss ein jeder zuhören, hinhören ehe er urteilt, aber mir scheint der Mensch hat wohl vergessen wie man zuhört.
dass die postings hier, wenn sie von auslaendern sprechen, die gruppen separat anfuehren, zb: asiaten, inder, ungar etc...auch wenn es natuerlich in den jeweiligen kulturen und nationalitaeten sehr vielfaeltig ist, ist es schon ein zeichen des fortschrittes der oesterreicher. vielleicht hat man erkannt das die welt nicht aus oesterreichern und auslaendern besteht. oesterreich, willkommen in die 70'er jahren!
mit Gegenständen nach jemandem zu werfen.
Aber Schakfeh und Bush sind sich geistig näher, als manche vielleicht meinen. Und auch wenn letzterer weitaus mächtiger war, reichen mir persönlich die Machenschaften eines Schakfeh und seiner Mischpoke hier in Ö auch schon.
Ich hatte Gelegenheit, beide Personen persönlich kennenzulernen, und Schakfeh hat keinen guten Eindruck auf mich gemacht im Gegensatz zu Aly El-Ghoubashy. Es gibt auch noch andere, die sich über Schakfeh beschweren. Anscheinend bilden er und seine Anhänger vom Vorstand der Glaubensgemeinschaft eine Clique, kassieren Geld und lassen es sich wohl sein, ohne etwas dafür zu leisten, und lassen niemanden in diesen engeren Kreis hinein, der versuchen könnte, etwas zum Positiven zu verändern.
Als Leiter der islamischen Glaubensgemeinschaft müsste er sich glücklich schätzen über Personen wie Aly El Ghoubashy, die sich noch wirkliche Gedanken machen und damit ihr Engagement in der Sache demonstrieren! Und was macht er? Er haut ihn raus! Reine Machtspiele sind das, in der Sache nicht hilfreich, aber hauptsache, die Fronten sind abgeklärt...
:-(
Ich verstehe, warum gegen Pauschalurteile dieser Art, die auf den Leser wirken, als wären ALLE Muslime in Österreich gemeint, derart klar reagiert wird, wie geschehen.
Schade. Ich vermute, der Autor hat es an sich gut gemeint, aber es, wie anderen vorgeworfen, bedauerlich radikal geäußert.
oder sie haben ihn nicht verstanden oder sie pudeln sich einfach nur gerne als PC-Blockwart auf.
Er spricht ausdrücklich von VIELEN Muslimen.
Der Pauschalierer sind eindeutig Sie: Was Ihnen nicht passt wird pauschal mit der Rechtsextremismuskeule niedergebügelt.
Um einen Pauschalierer erkennen zu können, sollte man selber einmal differenziert denken und vor allem sinnverstehend lesen können.
Exakt! Je nachdem, wo man mit seiner Meinung steht, überliest man leicht Vor- und Pauschalurteile, wenn ich so in das Forum hier hineinlese. Es braucht nur einen, der einem nach dem Maul redet, die eigene Wertegemeinschaft verteidigt und die Schuld bei eine definierten Gruppe anderer sucht. Bedauerlich, wie leicht viele Poster (hier) zum Fundamentalismus neigen!
ist, dass die angesprochenen Probleme zu vielschichtig und komplex sind, als dass sie ausgerechnet von der einen Stunde Religionsunterricht pro Woche gelöst werden könnten. Es wären mehre Ebenen und mehrere Fronten anzusprechen, als das Stündlein Islamunterricht in den Schulen. - Doch beim allerbesten Willen ist aus dieser Analyse NICHTS, NICHTS aber schon gar NICHTS herauszulesen, das als Entlassungsgrund des Lehrers gelten könnte!!!
daran zeigt sich wie dieser verein mit konstruktiver kritik umgeht sogar, oder erst recht wenn er aus den eigene reihen kommt. das ewige schönreden von problemen seitens der IGG, ist fast so schlimm wie die hetze von strache und co. wenn sich einer traut die missstände aufzuzeigen wird er schnell entfernt. tja so wird sicher alles besser *kopfschüttel*
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