Spielerische Aufklärungsarbeit: "Die Welle"

23. Februar 2009, 19:14
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Gegenwärtig zeigt man mit der Jugendtheatercompany NÖ eine rundum geglückte Dramatisierung von Morton Rhues Roman

Vor knapp vier Jahren gründete die Schauspielerin Ricky May die Jugendtheatercompany NÖ: Mit Schülern aus dem gesamten Bundesland - die Organisation ist nicht gerade einfach - werden pädagogisch wertvolle, zum Nachdenken anregende Theaterstücke erarbeitet. Gegenwärtig zeigt man eine rundum geglückte Dramatisierung von Morton Rhues Roman Die Welle, der auf durchaus erschreckenden Tatsachen basiert.

Um den ungläubigen Schülern vor Augen zu führen, dass eine Minderheit sehr wohl die Mehrheit gegen deren Willen beherrschen kann, startet 1967 ein Geschichtelehrer in Palo Alto (Kalifornien) ein Experiment: Er gibt Disziplin und Gemeinschaftssinn als neue Tugenden aus. Doch schon bald gerät der Versuch außer Kontrolle: Die Schüler sind nicht nur bereit, ihre Individualität aufzugeben, sie zwingen ihre Kameraden geradezu, Mitglied der Bewegung "Die Welle" zu werden.

Umgesetzt wird Reinhold Tritts am Roman klebendes Stück mit einfachen Mitteln: Es genügen ein paar Sessel und zu Raumteilern unfunktionierte Kleiderständer. Im Zentrum stehen ohnedies die jungen Darsteller, die sich die Seele aus dem Leib spielen, darunter Giorgi Gvinadze (als Lehrer Ross) und Dominik Singer (als Klassenkasperl). Am 5. und 9. März gastiert man erneut im Volkstheater. Die Vorstellungen werden durch Podiumsdiskussionen zum Thema Populismus - Die Menschheitsfalle ergänzt. Am 5. März spricht Peter Pelinka u. a. mit Jonny Moser (Gründungsmitglied des DÖW) und Schauspieler Heribert Sasse, am 9. März Standard-Kolumnist Hans Rauscher mit der Psychologin Rotraud Perner und Karl Markovics. (trenk, DER STANDARD/Printausgabe, 24.02.2009)

>> Volkstheater, Wien, (01) 52 111-400, jeweils 11.00

  • Mr. Ross (Giorgi Gvinadze) verkündet das Ende der "Welle", manch Schüler (Bernhard Dreisiebner) ist völlig verzweifelt.
    foto: m. kiefer

    Mr. Ross (Giorgi Gvinadze) verkündet das Ende der "Welle", manch Schüler (Bernhard Dreisiebner) ist völlig verzweifelt.

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