Hand aufs Herz: Macht Ihnen "Hnegripitrom" mehr Angst als "Magnalroxate"?

23. Februar 2009, 18:36
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Studie weist darauf hin, dass unser Gehirn komplizierte Begriffe als risikobeladener bewertet als einfache

Ann Arbor - Schwierig auszusprechende Begriffe scheinen für unser Gehirn auf eine potenzielle Gefahr hinzudeuten: Das besagt eine Studie der University of Michigan, die in der Zeitschrift "Psychological Science" veröffentlicht wurde. Eine lange Verarbeitungszeit eines Begriffs im Gehirn alarmiert demnach das Gehirn vor einer möglichen Gefahr.

Ein Experiment

Die Psychologen legten einer Studentengruppe eine Liste mit erfundenen Zusatzstoffen eines Nahrungsmittels vor und stellten ihnen die Aufgabe, deren Gefährlichkeit zu beurteilen. Alle angeführten Wörter hatten zwölf Buchstaben, die - in Relation zu den in dieser Sprache gewohnten Morphemen - in unterschiedlicher Schwierigkeit angeordnet waren. Das Wort, das am leichtesten zu lesen war, hieß "Magnalroxate", das schwerste "Hnegripitrom". Die Studenten bewerteten die Stoffe, die schwieriger auszusprechen waren, als weitaus gefährlicher ... aber auch als neuartiger als die leicht aussprechbaren.

Ein ähnliches Experiment mit erfundenen Namen von Attraktionen eines Freizeitparks bestätigte dieses Ergebnis. Attraktionen, die Namen wie "Vaiveahtoishi" trugen, wurden als weitaus riskanter empfunden als etwa "Chunta". Zugleich schrieb man den schwierigen Namen jedoch auch eine stärkere Prise Abenteuer und Spannung zu.

... und seine Folgerungen

Die US-Psychologen sehen darin ihre Vermutung bestätigt, dass Menschen Objekte ständig als riskant beurteilen, wenn diese schwer auszusprechen sind. Das gelte sowohl für unerwünschte Risiken wie die Gefährdung der Gesundheit als auch für willkommene Risiken wie den erhöhten Erlebnisfaktor im Freizeitpark. Leichte Aussprechbarkeit schaffe hingegen schneller Vertrauen, da sie neben einfachem Verständnis, leichter Erinnerung oder eigener Erfahrung eine niedrige Gefährlichkeit suggeriere.

Diese Erkenntnis kann der Namensgebung gefährlicher Produkte dienen. "Schwierige Produktnamen helfen dem Konsumenten, mehr auf Warnungen und Gebrauchsanleitungen zu achten", folgern Hyunjin Song und Norbert Schwarz aus ihrer Untersuchung. (pte/red)

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