Daheim in Reichenberg

23. Februar 2009, 17:34
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Hotel Praha, Pension Schöller, Hotel Sacher und zurück

Langsam, langsam rinnt Liberec die WM davon. Tauwetter verwandelt die Straßen hinauf zum Platz vor dem Rathaus, wo sie die Medaillengewinner ehren, in Rinnsale. Wer dort, vom Hotel Praha aus, herumwatet ums Wiener-Rathaus-Double, steht vor der Staatsoper, quasi. Nur dass das Stadttheater Reichenberg halt schon ein bisschen kleiner ist.

Shakespeares Sommernachtstraum geben sie da, wo einst Paul Hörbiger als Zwirn im Lumpazivagabundus debütierte. Wo Max, später Maxi Böhm, Erfahrungen sammelte. "Bei uns daheim in Reichenberg" hat er in Hotel Sacher oft gesagt. Und "na die werden lachen in Teplitz" in Pension Schöller. Dabei war er ursprünglich daheim in Teplice. Und selbst gelacht hat der mit Abstand Traurigste unter den ganz Lustigen, der "Witzepräsident" , privat selten.
Schwimmt man hinüber auf die andere Straßenseite, verirrt man sich also nicht ins plüschige Tanzcafé im Theaterkeller, aber man könnte im Café Post auf nobel günstig essen unter vergoldeten Stuckaturen. Macht anscheinend keiner, der prächtige Saal ist immer so leer. Überhaupt, wenn das Theater voll ist.
Man könnte auch ins Palais hinüber, wo die Tschechen ihre Medaillen nach der Feier feiern. Der See davor ist nicht tief. Und das Hotel Praha ist um die Ecke. (lü, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 24. Februar 2008)

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