Kein Ende absehbar

24. Februar 2009, 17:52
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Restitutionsbericht 2007 erst jetzt veröffentlicht

Wien - Laut jüngst veröffentlichtem Restitutionsbericht sprach sich der Kunstrückgabebeirat im Jahr 2007 in 22 Fällen für eine Restitution aus. Die Kommission für Provenienzforschung (damals unter der Leitung von Werner Fürnsinn) habe sich als internationale Ansprechpartnerin etabliert: Bearbeitet wurden 150 Anfragen von NS-Opfern und ihren Nachkommen zum Verbleib von Kunstwerken.

Der Bericht von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) über das Jahr 2007 erschien mit großer Verzögerung. Denn Ende 2008, anlässlich des zehnjährigen Bestehens, legte die Kommission für Provenienzforschung unter dem Titel ... "wesentlich mehr Fälle als angenommen" einen voluminösen ersten Rechenschaftsbericht (Böhlau-Verlag) vor, der sich bis zum Sommer letzten Jahres erstreckt. Bis zu jenem Zeitpunkt wurden 305 Dossiers zu bedenklichen Erwerbungen erstellt, bei 184 von 210 vorgelegten Fällen empfahl der Kunstrückgabebeirat die Restitution (das sind ungefähr 10.000 Gegenstände). Ein Ende der Arbeit der Kommission für Provenienzforschung sowie des Kunstrückgabebeirats sei "nicht abzusehen".

Die Herausgeber des Bandes bedauern im Editorial, dass es aufgrund der Neuwahlen im September nicht mehr zur notwendigen Novellierung des Kunst- zum Kulturgüterrückgabegesetzes kam. Obwohl die Gesetzesabänderungen zwischen SPÖ und ÖVP ausverhandelt waren, wird nun nochmals verhandelt. Im Kulturministerium hofft man, dass die neue Vorlage noch vor Ostern den Ministerrat passiert. (trenk, DER STANDARD/Printausgabe, 25.02.2009)

Download:
Restitutionsbericht 2009 (.pdf)

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