Um 15 Prozent mehr Bewerber

10.735 Interessenten für 1.500 Plätze in Graz, Innsbruck und Wien - 40 Prozent der Interessenten aus EU-Ausland - Aufnahme-Tests am 3. Juli

Wien/Graz/Innsbruck - Ungebrochener Ansturm auf das Medizin-Studium in Österreich: An den drei Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck gibt es nach der gestern, Sonntag, Mitternacht zu Ende gegangenen Voranmelde-Frist jeweils um rund 15 Prozent mehr Bewerber als im Vorjahr. Insgesamt haben sich an den drei Standorten 10.735 Personen für ein Studium registriert (2008: rund 9.400), wie die Unis auf Anfrage der APA mitteilten. Knapp 40 Prozent davon kommen aus dem EU-Ausland, der Großteil davon Deutsche. Die Bewerber rittern um insgesamt 1.500 Anfängerplätze und müssen sich am 3. Juli den Aufnahme-Verfahren stellen.

Weibliche Mehrheit

An der Medizin-Uni Wien (MUW) haben sich 5.894 Personen vorangemeldet und damit um 15,8 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr (2008: 5.092). Der Anteil weiblicher Bewerber liegt heuer mit 3.354 Anmeldungen bei 56,9 Prozent, demgegenüber stehen 2.540 männliche Bewerber. Von den Interessenten stammen 3.774 Personen bzw. 64,03 Prozent aus Österreich, 1.965 Personen bzw. 33,34 Prozent aus EU-Ländern (großteils Deutschland) und 155 bzw. 2,63 Prozent aus Nicht-EU-Ländern.

An der Medizin-Uni Graz gibt es mit 1.963 Bewerbern um 15 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: 1.709). Das Plus geht nach Angaben der Uni vorwiegend auf Frauen und deutsche Bewerber zurück. Mit 1.178 Bewerberinnen gegenüber 785 männlichen Interessenten sind Frauen deutlich in der Überzahl. Von den Angemeldeten kommen 1.402 aus Österreich und 532 aus EU-Ländern, wobei der Großteil der Letztgenannten (509) aus Deutschland (2008: 372 Deutsche) kommt.

An der Medizinischen Universität Innsbruck haben sich 2.878 Personen für ein Medizin-Studium angemeldet, das sind um 434 bzw. 15 Prozent mehr als im Vorjahr. 1.601 Frauen stehen 1.277 männlichen Kandidaten gegenüber. Wie schon in den Vorjahren kommen deutlich mehr Bewerber aus dem Ausland: 1.774 Interessenten aus dem EU-Ausland stehen 1.063 Bewerber aus Österreich gegenüber. Das Gros der EU-Ausländer kommt mit 1.710 dabei aus Deutschland, das sind um knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Persönliche Gespräche

Nach der nun abgeschlossenen Voranmeldung erhalten die Kandidaten in Wien und Innsbruck für den Zeitraum vom 9. bis 20. März Termine, bei denen die Bewerber persönlich die notwendigen Unterlagen vorlegen müssen. In Graz müssen die nötigen Dokumente sowie ein Bewerbungsschreiben u.a. mit der Motivation zur Studienwahl bis 30. April an die Uni geschickt werden.

Das eigentliche Auswahlverfahren findet dann an allen drei Standorten gleichzeitig am 3. Juli statt: Für ein Medizin-Studium in Wien oder Innsbruck müssen die Bewerber den "Eignungstest für das Medizin-Studium" (EMS) bestehen. In Graz wird in einem Kenntnistest das schulische Vorwissen über medizinrelevante Grundlagenfächer wie Biologie, Chemie, Physik, etc. abgefragt.

Im Wintersemester 2009/10 stehen insgesamt 1.500 Anfängerplätze für die Studien Humanmedizin und Zahnmedizin zur Verfügung, gleich viele wie im Vorjahr. In Wien sind es 740 Plätze (davon 80 für Zahnmedizin), in Innsbruck 400 (davon 40 Zahnmedizin) und in Graz 360 (davon 24 Zahnmedizin). Aufgrund der geltenden Quotenregelung stehen jeweils 75 Prozent der Plätze für Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis zur Verfügung, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger. (APA)

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Österreichs Unis bilden Leute noch immer mit relativ günstigen Studiengebühren aus- was an sich gut ist. Problematisch wird es nur, wenn diese Studenten dann ihre Ausbildung abschließen und das Land verlassen und ein anderer Staat davon profitiert. Eine Lösung wäre meiner Meinung nach eine Verpflichtung, für ein paar Jahre in Österreich zu arbeiten oder entsprechende Studienkosten langfristig zumindest teilweise zurückzuzahlen. Studenten aus ärmeren Staaten könnte man davon ausnehmen, wenn man es als Entwicklungshilfe ansieht.

ich studier lehramt und werd sicher nicht in oesterreich bleiben, bin ja nicht bloed bei dem gehalt, den arbeitsbedingungen und dieser oeffentlichen meinung.

in oesterreich herrscht seit jahren eine bildungsfeindliche politik und bekommt durch die zahlreichen abgaenge ins ausland lediglich die rechnung praesentiert.

Und wo wollen Sie hin? Wenn Sie ein guter Lehrer sind, stehen Ihnen sicher viele Türen offen. Sollten Sie es nicht sein, bleibt nur Österreich (am besten aber dann mit entsprechendem Parteibuch)...

Gerade in Österreich kann man als Praktischer Arzt so viel verdienen wie sonst fast nirgends, deshalb fürchte ich mich auch nicht vor einem Ärztemangel. Glaubens die deutschen Studierenden gehen dann heim nach Deutschland, wo sie deutlich weniger verdienen?

dumm gefragt?

Warum kann man in das auswahlverfahren, nicht auch die eigentlich wichtigste komponente miteinbeziehen?
Nämlich den Willen kranken Menschen zu helfen?
Wie wäre es wenn jeder Bewerber einen Vertrag unterschreibt, dass er sich, wenn er den EMS-Test besteht, sich für mind. ein Jahr z.B. "Ärzte ohne Grenzen" verpflichtet natürlich OHNE Lohn nur Wohnung und Verpflegung werden gestellt.

Ich würde darauf wetten, dass sich dann schon mind. 20% weniger melden würden ...

lg
ein hoffenlich baldiger medizin student

100% zustimmung

hallo! ich bin absolut deiner meinung! Ärzte ohne grenzen sollte auf jeder to-do liste eines medizinstudenten/mediziners stehen. Und du hast recht, 2000 von diesen 10000 bewerbern verschwenden nicht mal einen gedanken daran! Ich studiere bereits seit 2 Jahren medizin in wien, und glaub mir auch beim aufnahmetest hat man mehr chancen wenn man mit herz dabei ist!
ich wünsche dir auf jeden fall alles glück der welt bei deinem EMS und wir sehen uns dann bei ärzte ohne grenzen! ;-)

Oder am Besten einen Vertrag auf 5 Jahre unbezahlte Arbeit im Gemeindespital. Ohne Kost und Logis.
Damit könnten wir eine annähernd 100%ige Reduktion erreichen.

Immer noch eine persönliche Entscheidung, wo und unter welche Bedingungen man arbeitet.

glänzende idee

gefällt mir gut ihre idee - immerhin haben die angehenden ärzte ja erst 6 jahre ausbildung hinter sich, die männlichen zusätzlich noch 6/8 monate zwangsdienst beim heer bzw. zivildienst. da kann man ohne problem noch ein weiteres unbezahltes jahr in einem krisengebiet anschliessen. auf die private situation pfeifen wir natürlich, mann/frau und kind(er) werden das läppische jahr ja wohl allein überstehen, ein arzt hat ohnehin keinen anspruch auf privatleben...

ich hoffe, wir können den plan umsetzen - aber falls nicht (und so Sie EMS und SIP1 überleben), unterzeichnen Sie einfach einen privatvertrag bei mir - Sie überschreiben mir ihre gesamte habe, falls Sie nach dem studium frecher weise doch nicht zu "ärzte ohne grenzen" wollen, ja?

Mit Verlaub -

ich bezweifle, dass mit den 5000 Leuten "persönliche Gespräche" (Zwischentitel) geführt werden - man muss halt selber die Dokumente hinbringen, wahrscheinlich um gleich ein paar Spaß-Anmeldungn auszufiltern. Was sollte das auch bringen, wenn eh der "Eignungstest" für die Platzvergabe entscheidend ist?
Halt schnell hingewischerlt, der Artikel...

einen gedanken weiter

ob der dieser "eignungstest" die 100% eignung testet ist auch fraglich. Zu dem ist es ein eignungstest dafür, ob man dem medizinstudium gewachsen ist und es in vorgegebner zeit bewältigen kann, nicht für das "arzt sein".
Also macht es sehrwohl einen unterschied wer und wieviele sich bewerben!

...

also persönlcihe Gespräche gibt es sicher nicht. Nur nach der inet anmeldung, muss man halt mal persönlich hingehen, und maturazeugnis und so vorlegen, mit Gespräch hat das wenig zu tun.

Gut, dass sich nicht jene Träumer durchgesetzt haben

die dauernd plärren, Österreichs Unis hätten für alle aus der ganzen Welt da zu sein. Natürlich gratis und selbstverständlich üppigst finanziert von den steinreichen österreichischen Steuerzahlern.
Eignungsprüfungen und Studieneingangsphasen sind der richtige Weg. Überall ist die entsprechende Mindestleistung die Voraussetzung, einen Beruf zu ergreifen oder eine Ausbildung nicht abbrechen zu müssen. Ob bei einer Lehre, an der AHS oder an der Angewandten. Nur beim PKW-Führerschein kommt irgendwann jeder durch.
Für die Träumer sind Österreichs nicht-künstlerische Unis so etwas wie Volkshochschulen für die ganze Welt.
Was bedeuten würde, dass die Medizinunis nun komplett überrannt wären.
Zum Glück haben sich die Träumer nicht durchgesetzt.

Zum Glück wird der Ärztemangel in Österreich also auch in Zukunft garantiert sein -- ganz toll ^^

Bildung?

Was ist denn deine höchste Bildung? Abgeschlossen mein ich?

Antwort:

Diplom- und Doktoratsstudium positiv abgeschlossen.

Linz wollte doch

eine Uni haben.

ich halte es für ein sehr großes problem daß in einem studium mit zugangsbeschränkung nicht-österreicher aufgenommen werden.österreich die eu hat unimäßig gewaltig verschlafen u einfach das werkl renne lassen nach dem motto wird schon irgendwie gehen,ist bis jetzt auch gegangen.welchen benefit kann österreich haben ärzte für deutschland,türkei,syrien oder sonst was auszubilden?

Seit wann sind die Türkei und Syrien in der EU?

Warum ist es ein Problem wenn deutsche Ärzte in Österreich arbeiten?

^^

es ist kein problem wenn deutsche ärzte in ö. arbeiten.aber ich finde es unfair ihnen den vorzug in der ausbildung zu geben u dabei ist es wurscht ob eu oder nicht

Vorzug in der Ausbildung haben anteilsmäßig eindeutig die Österreicher. Weiß jetzt nicht genau in welchem Verhältnis genau, aber erinnere mich daran, gelesen zu haben, dass die meisten Plätze unter Österreichern zu vergeben sind, dann ein gewisser Anteil auf EU-Bürger aufzuteilen ist, und lediglich ein paar (so um die 10 Leute) aus dem Nicht-EU-Raum drankommen.

.aber in der Pizzeria ins Lignano......

..ärgern`s Ihnen schon, wenn die italiener wieder einen besseren Tisch als Sie bekommen!

ich ärgere mich höchstens über grammatikalische unmöglichkeiten wie: sie ärgern ihnen.ich mir nicht ärgern wäre die ebenbürtige antwort...

Umdenken, vorausdenken

Dieses immer noch vorhandene nationale denken, dieses "wir österreicher zuerst", sollte man schön langsam aufgeben.
Zumindest was UNI-Angelegenheiten betrifft sollte endlich ein europäisches Bewußtsein Eingang in die österreichischen Köpfe finden und das alte nationale Gewäsch sollte schnellsten vergessen werden!!!

wir san mir

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