ManU gegen Cupholder-Fluch

23. Februar 2009, 15:43
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Seit der Saison 2004/05 ist der Titelverteidiger im Achtelfinale der folgenden Saison ausgeschieden. Mit Inter wartet der "Fluch"

Wien - FC Porto, Liverpool FC, FC Barcelona und AC Milan - seit 2004/05 hat der Titelverteidiger der Champions League jeweils im Achtelfinale der folgenden Saison die Fußball-Segel streichen müssen. Von diesem "Fluch der Cupholder" in der Runde der letzten 16 will Manchester United verschont bleiben. Den Grundstein zum Aufstieg möchte der englische Meister und aktuelle Tabellenführer am Dienstag im ersten Duell mit seinem italienischen Pendant Inter Mailand am Dienstag in San Siro legen.

Die "roten Teufel" von der Insel, die im Head-to-Head bei einem Remis 1:2 zurückliegen, wollen ihren Coup vom Vorjahr in Moskau unbedingt wiederholen und machten dies vor einem der drei englisch-italienischen Achtelfinale-Vergleiche in dieser Woche deutlich hörbar. "Ich will den Erfolg wiederholen. Es wird zwar schwierig, aber ich glaube, dass wir die bessere Mannschaft sind," posaunte ManU-Legionär Cristiano Ronaldo vor dem 200. Auftritt seines Clubs in der "Meisterklasse".

ManU jagt Rekord

Der "Jubilar", der seit neun CL-Auswärtssielen ungeschlagen ist, schielt en passant auch nach neuen Rekorden. Bleibt die Truppe von Alex Ferguson abermals unbesiegt, dann ist sie vor Ajax Amsterdam und dem FC Bayern München (je 19) mit 20 Matches ohne Niederlage (11 Siege/8 Remis) alleiniger Rekordhalter der Champions League und gleichauf mit Juventus Turin und dessen Europacup-Bestleistung von 20 ungeschlagenen Begegnungen.

Dass es die erste Niederlage seit dem 0:3 im Semifinale 2007 gegen den AC Milan setzen könnte, daran denken Ronaldo und Co, die auf den gesperrten Innenverteidiger Nemanja Vidic verzichten müssen, nicht. "Wir haben Respekt vor Inter. Der Gegner hat viele routinierte Spieler, aber die haben wir auch. Wir besitzen die größere Erfahrung und sind außerdem Cupholder", glaubt der Portugiese vor dem Hinspiel zur ersten "Alles-oder-Nichts"-Runde.

Keine Frage, der Herausforderer steht mehr unter Druck als der Gast. Die Mailänder haben zuletzt in vier CL-Heimpartien nur zwei Tore erzielt, lediglich einen Sieg (1:0 gegen Rapid-Bezwinger Anorthosis Famagusta) gefeiert sowie daheim in der Eliteliga keines ihrer jüngsten vier Treffen mit englischen Vertretern gewonnen. Die höchste Trophäe im europäischen Club-Fußball haben die Nerazzurri vor 44 Jahren (1:0 im Finale gegen Benfica Lissabon) in die Höhe gestemmt.

Die Mailänder, die vor dem vierten nationalen "scudetto" in Serie stehen, glauben fest an ihre Chance. "In solchen Spielen geht es immer sehr eng zu, Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage", sagte Mittelfeldspieler Esteban Cambiasso. Der Argentinier weiß, dass ManU über eine sehr starke Abwehr verfügt, und meinte zuversichtlich: "Auch wir vertrauen auf unsere Vorzüge, haben unsere Qualitäten."

Mourinho weiß alles

Zwischen Inter-Trainer Jose Mourinho und Ferguson kommt es zum ersten Wiedersehen seit dem Chelsea-Abschied des Portugiesen 2007. "Ich weiß seit 2004 alles über ManU. Die Mannschaft ist die beste der Welt. Sie spielt Konter-Attacken, gegen die wir sehr intelligent auftreten müssen", betonte Mourinho.

Im zweiten englisch-italienischen Kräftemessen am Dienstag gilt Arsenal gegen AS Roma als Favorit. Die Londoner sind seit 25 Europacup-Spielen ohne Heimniederlage, während die Gäste nur einen ihrer jüngsten 15 Auftritte in England erfolgreich (1:0 in Liverpool vor acht Jahren im UEFA-Cup) gestalteten.

Wiedergutmachung hat der FC Barcelona nach der zweiten Saison-Niederlage in der Primera Division (1:2 gegen Espanyol) in Lyon gegen den siebenfachen Meister Olympique angesagt. "Es tut immer weh, wenn man verliert. Wir haben das weggesteckt und blicken nach vorne", meinte "Barca"-Kapitän Carles Puyol. Der französische Leader tankte mit dem 2:0 in Nancy Selbstvertrauen. "Das war ein wichtiger Sieg, aber Barca ist eine andere Geschichte", sagte Lyon-Regisseur Juninho.

Komplettiert wird das Dienstag-Programm durch das iberische Duell zwischen Atletico Madrid und dem FC Porto. Die Spanier haben keine ihrer jüngsten 13 Europacup-Partien verloren, dabei sogar zehn Siege gefeiert. Die Portugiesen hingegen verloren zuletzt 9 von 13 CL-Vergleichen mit Nachbar-Vertretern. (APA)

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    Ronaldo: "Ich will den CL-Erfolg wiederholen."

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