Präsidentschaftskandidat für Gespräche mit Taliban

23. Februar 2009, 15:25
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Ahadi war bis vor kurzem Karzais Finanzminister

Kabul - Der afghanische Präsidentschaftskandidat Anwar ul-Hak Ahadi hat Verhandlungen mit den radikal-islamische Taliban zu einem zentralen Teil seiner Politik erklärt. "Wenn ich die Wahl gewinne, werde ich mehr als froh sein, mit ihnen zu sprechen", sagte der ehemalige Finanzminister am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Verhandlungsbasis

"Ich bin sicher, dass sie eigene Bedingungen haben. Es gibt eine Verhandlungsbasis. Ich würde bereit sein, einige ihrer Forderungen zu akzeptieren, aber ich muss wissen, welche Bedingungen sie stellen." Ahadi kündigte an, bei einem Sieg am 20. August eine tolerante islamische Regierung aufzubauen. Frauen sollten arbeiten dürfen und das Wahlrecht haben.

Ahadi tritt gegen Amtsinhaber Hamid Karzai an, dem er bis vor wenigen Tagen als Finanzminister diente. Der 58-jährige Wirtschafts- und Politikprofessor hat mehrere Jahre im Westen gelebt und führt nun die Paschtun-Partei an, die älteste und größte des Landes. Auch die Taliban sind überwiegend Paschtunen. Sie haben den Aufruf von Karsai zu Friedensverhandlungen abgelehnt, so lange ausländische Truppen im Land stationiert sind. Von 1996 bis zu ihrem Sturz 2001 führten die Taliban einen strengen Religionsstaat, der insbesondere Frauen und Mädchen kaum Rechte einräumte. Im vergangenen Jahr hat die Gewalt in Afghanistan deutlich zugenommen. (APA/Reuters)

 

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