Iran und Bahrain wollen diplomatische Krise beilegen

26. Februar 2009, 22:01
17 Postings

Aussage eines konservativen Politikers hatte für Aufregung gesorgt

Teheran  - Der Außenminister des Königreichs Bahrain, Scheich Khalid Bin Ahmad, ist am Donnerstag zu Gesprächen in Teheran eingetroffen, um diplomatische Spannungen mit dem Iran aus dem Weg zu räumen. Ein konservativer iranischer Politiker hatte Anfang des Monats Berichten zufolge gesagt, der Iran habe noch immer Souveränität über das Scheichtum und mit diesen Worten eine diplomatische Krise ausgelöst. Konservative Kräfte im Iran erheben seit der islamischen Revolution nach der Entmachtung des Schahs wieder Ansprüche auf das mehrheitlich von Schiiten bewohnte und einst unter persischer Herrschaft stehende Insel-Königreich. Bahrains Außenminister und sein iranischer Kollege Manuchehr Mottaki wollen am Freitag gemeinsam vor die Presse treten. Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte bereits in einem Schreiben an Bahrains König Hamad versucht, die Spannungen zu lockern.

Unruhen zwischen Schiiten und Sunniten

In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu blutigen Unruhen in Bahrain gekommen, wo sich die Schiiten von der pro-westlichen sunnitischen Führungsschicht benachteiligt fühlen. Der Inselstaat - ein Archipel mit einer großen und 32 kleinen Inseln - ist nur 711 qkm groß. Von 1861 bis 1971 war Bahrain britisches Protektorat. 1981 nach dem Ausbruch des iranisch-irakischen Krieges hatten Bahrain und die anderen pro-westlichen arabischen Golf-Monarchien - Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Katar und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) - den Golfkooperationsrat (GCC) mit dem Ziel gegründet, die Wirtschafts-und Verteidigungspolitik zu koordinieren. Scheich Hamad Bin Issa al-Khalifa bestieg 1999 nach dem Tod seines Vaters Issa den Thron als Emir, später nahm er den Königstitel an.

2002 hatten der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Konflikt um drei strategisch wichtige Inseln im Persischen Golf beigelegt. (APA/dpa)

 

Share if you care.