Übermäßiger Handel gefährdet Schildkrötenbestände

23. Februar 2009, 14:25
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Der Mensch bleibt der Feind, vor dem sich Cuora amboinensis auch mit ihren Rückzugsfähigkeiten nicht schützen kann

Wien - Sie haben ihren Gattungsnamen von einem Scharnier im Bauchpanzer, das es ihnen ermöglicht, auch ihre Gliedmaßen vollständig in den Panzer zurückzuziehen. Das hat sich gegenüber tierischen Fressfeinden bewährt - vor dem Menschen schützt es allerdings nicht. Die Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis) steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Tierschützer der Organisationen TRAFFIC und WWF haben nun erneut auf die Bedrohung der Art, die ohnehin eine geringe Reproduktionsrate aufweist, durch unkontrollierten Handel mit Schildkröten hingewiesen.

"Die Zahl der derzeit gehandelten Scharnierschildkröten ist mit Sicherheit zehnmal, eher sogar 100 Mal größer als die offizielle Exportquote Indonesiens", empörte sich Jutta Jahrl, Artenschutzexpertin des WWF. Die Tiere werden wegen ihres Fleisches sowie für den Gebrauch in der "traditionellen chinesischen Medizin" an die Hauptabsatzmärkte Hong Kong, China, Singapur und Malaysia geliefert. Als Haustiere werden die Schildkröten hauptsächlich in die USA, nach Europa und nach Japan exportiert.  (APA/red)

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