Kickende Kängurus im Trainingslager

23. Februar 2009, 13:40
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Humanoide Roboter bereiten sich auf den Fußball-Cup 2009 vor, der in Graz ausgetragen wird

Wien - Während die menschlichen Fußball-Bundesligen wieder in vollem Gang sind, laufen auch die Vorbereitungen der Techniker für die Weltmeisterschaft der Roboter-Fußballer auf Hochtouren. An der Technischen Universität (TU) Wien trainiert seit kurzem Wiens erstes humanoides Roboterfußballteam, die "Austrian-Kangaroos", für den "RoboCup" 2009. Der Cup wird vom 29. Juni bis 7. Juli von der TU Graz ausgetragen, rund 500 Roboter werden teilnehmen. Neben den "Austrian-Kangaroos" werden Techniker der TU Graz in Kooperation mit internationalen Kollegen in der Kategorie der menschenähnlichen Roboter mitspielen.

Roboterfußballspiele an der TU Wien kannte man bisher als Matches zwischen kleinen, würfelförmigen Robotern auf Rädern, die mit hoher Geschwindigkeit und Präzision einen Golfball Richtung Tor schossen. Doch von Jahr zu Jahr wird Roboterfußball technisch raffinierter, die Roboter werden immer menschenähnlicher. Ein ganz neues Team wird heuer bei der RoboCup WM in der "Standard Platform League" antreten. In dieser Liga müssen die Roboter auf zwei Beinen gehen, den Ball selbstständig erkennen und über Spielzüge "nachdenken" können.

Gleiche Hardware, unterschiedliche Software

Beim Wettbewerb haben alle Mannschaften dasselbe Roboter-Modell zur Verfügung. Die internationale RoboCup-Federation hat sich dabei für den "NAO" entschieden - die NAOs sind viereinhalb Kilo schwere Winzlinge aus Frankreich. "Die große Kunst liegt nun darin, für unsere NAOs die passenden Computerprogramme zu schreiben, so dass sie ganz allein, ohne Eingriff von außen Fußball spielen können", erklärt Markus Bader, einer der Leiter des Wiener Robo-Fußballteams.

Allein schon die Aufgabe, den Robotern das Gehen und Gleichgewichthalten beizubringen, ist eine große Herausforderung. Außerdem müssen die Roboter ihre Umwelt richtig wahrnehmen und interpretieren: Zwei Kameras im Kopf liefern Bilder, die blitzschnell analysiert werden müssen. Ganz allein sollen die Roboter erkennen, wo sich der Ball befindet, wo Gegner stehen und wohin sie sich bewegen sollen. (APA/red)

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    Ein Teammitglied der Wiener "Kangaroos" zeigt Bein und Einsatz.

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