Bogner: "Ruhe bringen"

23. Februar 2009, 12:44
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Der neue Generalsekretär hofft, dass sich die jüngsten Turbulenzen bald legen. Biathlon-Streit: "Gehe von einer Lösung im Sinne des Sports aus"

Wien - Matthias Bogner, der interimistisch neben seiner Tätigkeit als Sportdirektor bis auf weiteres auch als Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) fungiert, hofft, dass sich die jüngsten Turbulenzen um das ÖOC bald legen werden. "Wir müssen so schnell wie möglich wieder Ruhe in das ÖOC bringen, im Sinne des gesamten heimischen Sports, denn das ÖOC ist ein Spiegelbild des Sports in Österreich", betonte Bogner am Montagvormittag im Gespräch mit der APA.

"Verpflichtung" auf unbestimmte Zeit

Dass der 42-jährige Wiener als Nachfolger des mit Ende Februar aufgrund des öffentlichen Drucks aus dem ÖOC ausscheidenden Generalsekretärs Heinz Jungwirth bestimmt worden ist, sieht Bogner "als Verpflichtung" auf unbestimmte Zeit. "Wie lange diese Phase dauern wird, weiß ich nicht. Es gibt eine Arbeitsgruppe für die Schaffung neuer Strukturen. Es kann also sein, dass der Vorstand mir sein Vertrauen weiter ausspricht, es kann aber auch sein, dass im Zuge einer Strukturreform eine neue Geschäftsführung bestellt werden wird", erklärte der ehemalige Leiter der Abteilung "Sport im Heer" und Sohn von HSNS-Mitbegründer Leo Bogner.

Bis es zu einer solchen Entscheidung kommt, will Bogner "als verlängerter Arm des ÖOC-Vorstandes agieren" und sich "um Kontinuität, Ruhe und Besonnenheit" bemühen. "Ich will, dass wieder jene Ruhe einkehrt, bevor der Konflikt ausgebrochen ist. Damit wieder im Sinne des Sports gearbeitet werden kann", sagte der Interims-Generalsekretär zu seinen vorrangigen Zielen.

Biathlon-Streit beilegen

In den alten Konfliktbereich um die angeblichen Ungereimtheiten bei Geldflüssen im Zuge der letztlich erfolglosen Olympia-Bewerbung Salzburg 2014 möchte er sich "nicht involvieren lassen". Seine volle Konzentration gelte "wesentlichen Problemen, dazu gehört auch das Thema Biathlon". Das ÖOC hatte bekanntlich nach dem Doping-Skandal von Turin 2006 um Österreichs Langläufer und Biathleten das gesamte damalige Betreuerteam der Skijäger für "nicht mehr akkreditierungswürdig" erklärt. Als Grund wurde angegeben, das Vertrauen in die Verhinderung von Dopingvergehen sei nicht gegeben.

Deshalb hatte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel dem ÖOC zuletzt die Rute ins Fenster gestellt. Entweder die "ungerechtfertigten ÖOC-Sperren" gegen Biathlon-Direktor Markus Gandler, Sportkoordinator Walter Gapp, die Trainer Walter Hörl und Alfred Eder sowie Masseur Stefan Rohrmoser werden revidiert, oder der ÖSV werde die in dieser Saison historisch erfolgreichen Biathleten nicht zu den Olympischen Winterspielen 2010 nach Vancouver entsenden.

"Grundsätzlich muss so etwas zwischen dem Vorstand und dem ÖSV geregelt werden, da es sich um einen Vorstandsbeschluss des ÖOC handelt. Aber ich gehe von einer Lösung im Sinne des Sports in den nächsten Wochen aus", lautete Bogners Antwort auf die Frage, ob er die Causa Biathlon aktiv angehen werde. Sein noch bis 28. Februar im Amt befindlicher Vorgänger Jungwirth war auch am Montag vorerst zu keiner Stellungnahme bereit. (APA)

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