Eigene Reisepässe für Kinder

23. Februar 2009, 12:20
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Ende der Woche werden in Brüssel neue Pass-Bestimmungen beschlossen. In Zukunft könnten Kinder eigene Reisepässe benötigen

Was in einigen Staaten der Welt bereits üblich ist, könnte schon bald auch für die EU-Staaten gelten: Kinder sollen nicht mehr im Reisepass der Eltern eingetragen werden sondern über ein eigenes Dokument verfügen. Das meldet das Ö1-Morgenjournal.

Maßnahme gegen Kinderhandel

Demnach treffen sich Ende der Woche die Justiz- und Innenminister in Brüssel, um neue Pass-Bestimmungen zu beschließen. Für Eltern bedeutet das mit großer Wahrscheinlichkeit, dass bis Mitte des Jahres, wenn die Bestimmungen in Kraft treten werden, für alle Kinder eigenen Reisepässe besorgt werden müssen. "Die neue EU-Bestimmung, dass zukünftig auch Kinder unter zwölf Jahren einen eigenen Reisepass besitzen sollen, ist eine wichtige Maßnahme gegen Menschen- bzw. Kinderhandel", erklärt Elisabeth Grossmann, Europasprecherin der SPÖ. Der Kampf gegen den Kinderhandel ist auch laut Walter Grosinger vom Innenministerium der Hauptgrund für die Neuerung. Ein Foto biete mehr Anhaltspunkte über die Identität eines Kindes als die alleinige Angabe von Name, Geburtsdatum und Geschlecht, wie es bisher bei der Miteintragung im Reisepass der Eltern der Fall war.

Kostenfrage ungeklärt

Die nachträgliche Eintragung im Reisepass der Eltern hat bisher 26,30 Euro gekostet. Kinder unter zwei Jahren konnten kostenlos eingetragen werden. Ein eigener Kinderreisepass, der schon bisher erhältlich war kostete gleich viel. Die neuen Pässe könnten um einiges teurer werden 69,90 Euro kosten derzeit Pässe für Erwachsene, die neuen Kinderpässe sollen ebenfalls mit Datenchips ausgestattet werden, so dass eine Verteuerung nicht ausgeschlossen werden kann. Auf jeden Fall müssen aber Passfotos der Kinder angefertigt werden, was zusätzliche Kosten für die Eltern bedeutet.

Fingerabdruck ab dem 12. Lebensjahr

Von Kindern bis zwölf Jahren wird es auch in Zukunft keinen Fingerabdruck im Pass geben. Ab dem 12. Lebensjahr muss aber in Zukunft ein Fingerabdruck im Pass vorhanden sein. Das soll die Identifizierung der Kinder erleichtern und den Kinderhandel erschweren. "Jede Maßnahme, die den Schutz der Kinder in Europa erhöht, wird von uns unterstützt", so Grossmann.

Für Eltern, deren Kinder bereits im eigenen Pass mit eingetragen sind, gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren. Bereits ausgestellt Pässe für Kinder bleiben bis zum Ablaufdatum gültig, auch wenn diese über keinen Chip verfügen. (red)

 

  • Kinder im eigenen Pass miteinzutragen wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.
    foto: staatsdruckerei

    Kinder im eigenen Pass miteinzutragen wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.

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