ai fordert Waffenembargo gegen Israel und Hamas

23. Februar 2009, 10:57
58 Postings

Kritik an beiderseitigen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt

London - Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International (AI) hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgefordert, ein sofortiges und vollständiges Waffenembargo gegen Israel und die palästinensische Hamas zu verhängen. In einer am Montag in London veröffentlichten AI-Erklärung hieß es, sowohl Israel als auch die radikale islamische Palästinenserorganisation hätten während ihres militärischen Konflikts im Jänner Kriegsverbrechen begangen. Bei der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive wurden nach UNO-Angaben mehr als 1300 Palästinenser getötet und über 5000 weitere verwundet. Auf israelischer Seite gab es 13 Tote zu beklagen. AI liegen nach eigenen Angaben Beweise vor, dass beide Seiten aus dem Ausland stammende Waffen gegen Zivilisten eingesetzt haben.

"Wir rufen den UN-Sicherheitsrat auf, ein sofortiges und vollständiges Embargo für Waffen zu verhängen, die für Israel, die Hamas und andere bewaffnete Palästinensergruppen bestimmt sind", erklärte der Leiter der Nahost-Sektion von Amnesty International, Malcolm Smart. Dieses Embargo solle so lange gelten, bis garantiert sei, dass die Munition und das andere Kriegsmaterial nicht genutzt würden, "um schwere Verletzungen des internationalen Rechts zu begehen".

Phosphorbomben und hunderte Raketen

Bei ihrer Militäroffensive im Gazastreifen hätten die israelischen Streitkräfte Phosphorbomben und weitere von den USA gelieferte Waffen eingesetzt, erklärte Donatella Rovera, die im Süden Israels und im Gazastreifen Untersuchungen geleitet hat. Die Hamas und andere bewaffnete palästinensische Gruppen hätten auf von Zivilisten bewohnte Gebiete in Israel hunderte Raketen abgefeuert, die sie über Schmuggelrouten erhalten hätten oder die mit aus dem Ausland gelieferten Komponenten produziert worden seien. Auch wenn diese Raketen weniger zerstörerisch als die von Israel eingesetzten Waffen seien - "diese Raketenangriffe sind ebenfalls Kriegsverbrechen", sagte Rovera.

Das israelische Außenministerium erklärte dazu, die Amnesty-Darstellung sei "verzerrt" und erfülle nicht die professionellen Kriterien der Objektivität. Israel habe nicht absichtlich zivile Ziele getroffen; der Einsatz aller Waffen sei im Einklang mit dem internationalen Recht erfolgt, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. (APA/AFP)

Share if you care.