Pjöngjang installiert neue Mittelstreckenraketen

23. Februar 2009, 14:01
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Laut Südkorea könnten diese einen 650 Kilogramm schweren Sprengkopf 3000 Kilometer weit tragen - Truppen auf 1,2 Millionen aufgestockt

Seoul - Das kommunistische Nordkorea kann nach südkoreanischen Angaben mit neuartigen Mittelstreckenraketen amerikanisches und japanisches Territorium erreichen. Die stationierten Raketen könnten einen 650 Kilogramm schweren Sprengkopf 3000 Kilometer weit tragen, hieß es am Montag in einem Bericht des Verteidigungsministeriums in Seoul zur südkoreanischen Sicherheitspolitik. Damit lägen neben Japan und der US-Pazifikinsel Guam auch die nördliche Spitze Australiens sowie große Teile Chinas, Indiens und Russlands in ihrer Reichweite.

Außerdem habe Nordkorea das Militär seit 2006 um 20.000 Mann auf 1,19 Millionen Soldaten aufgestockt sowie seine U-Bootflotte und Spezialtruppen für den Bodenkampf verstärkt. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wurden die Streitkräfte Nordkoreas in dem sogenannten Verteidigungs-Weißbuch als "unmittelbare und ernsthafte Bedrohung" bezeichnet.

Zahl und Ort unklar

Die Aufstellung der Raketen des neuen Typs sei im vergangenen Jahr abgeschlossen worden, hieß es. Unklar blieb, wie viele Raketen Nordkorea aufgestellt haben soll und wo. Nach südkoreanischen Angaben bereitet Nordkorea derzeit den Test einer Langstreckenrakete des Typs Taepodong-2 vor. Diese Rakete kann nach Einschätzung von US-Militärs bei weiterem technischem Fortschritt einen atomaren Gefechtskopf bis nach Alaska befördern.

Der hochgerüstete, aber verarmte Norden der koreanischen Halbinsel hat die fünftgrößten Streitkräfte der Welt. Südkorea hat etwa 680.000 Mann unter Waffen. Beide Länder befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Korea-Krieg (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.

Nordkorea hat in den vergangenen Wochen seine Drohgebärden gegenüber Südkorea verstärkt. Der Regierung in Seoul unterstellt Nordkorea eine Konfrontationspolitik. Wiederholte Dialogangebote Seouls schlug die Führung in Pjöngjang aus. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte Nordkorea bei einem Besuch in Seoul am vergangenen Freitag zur Einstellung seiner Provokationen gegen den amerikanischen Bündnispartner Südkorea aufgerufen. (APA/dpa)

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    Nach südkoreanischen Angaben hat Nordkorea seine Truppen auf 1,2 Millionen Soldaten aufgestockt; eine für den Einmarsch im Süden ausgebildete Spezialeinheit wurde verdoppelt.

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