Jeder liebt Google, bis es zu mächtig ist

23. Februar 2009, 10:26
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Googles Marktanteile sind in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen - mit der Popularität steigt aber auch die Angst vor dem Monopol

Der Suchmaschinengiganten aus Mountain View erfreut sich größerer Beliebtheit als je zuvor. Googles Marktanteile wuchsen laut Net Applications weltweit von 77,11 Prozent Anfang 2008 auf 81,48 Prozent im Jänner 2009. Nur Rivale Yahoo schafft global ebenfalls einen zweistelligen Marktanteil, ist mit 10,22 Prozent (Jänner 09) allerdings weit abgeschlagen und verliert kontinuierlich. Mit Googles rasanter Ausbreitung wachsen aber gleichzeitig auch die Bedenken gegen den Konzern. Das kalifornische Unternehmen rückt zunehmend ins Visier der Wettbewerbshüter.

Unfaire Praktiken

Bereits im vergangenen Jahr hat Google einen Werbe-Deal mit Yahoo aufgegeben, nachdem das US-amerikanische Justizministerium mit einem Kartellverfahren gedroht hatte. Vergangene Woche reichte der Website-Betreiber TradeComet.com Klage gegen das Suchmaschinenunternehmen ein. TradeComet.com wirft Google vor, seine Mitbewerber mit unfairen Praktiken aus dem Markt zu drängen, wie die New York Times berichtet.

Monopol in den USA

Anhand des US-Marktes lässt sich Googles rasantes Wachstum in den vergangen Jahren besonders verdeutlichen. Noch im Jahr 2005 betrug der Abstand zwischen Google und Yahoo laut ComScore nur 6 Prozent - Google wies 36,5 Prozent auf, Yahoo 30,5 Prozent. Mittlerweile kommt Google in den USA auf 63 Prozent, während Yahoo auf 21 Prozent rutschte. "Wenn sie 70 Prozent Marktanteile überschreiten, wird den Leute unbehaglich, wenn Google ein Monopol wird", meint Danny Sullivan von Search Engine Land. gegenüber der NYT. Wie die weltweiten Anteile von Net Applications zeigen, ist das global schon längst geschehen. Hitwise weist für Google in den USA außerdem bereits einen Anteil von 72 Prozent aus.

"Google ist eine Angewohnheit"

Selbst wohl gesonnene Personen befürchten mittlerweile, dass Google seine Mitbewerber in wenigen Jahren aus dem Markt gedrängt haben wird. Bei Google weist man darauf hin, dass Nutzer keiner Suchmaschine gegenüber bedingungslos loyal seien. Suchmaschinenkenner meinen aber wiederum, dass User eine bevorzugte Suchmaschine hätten. "Google ist eine Angewohnheit. Und mit Angewohnheiten ist nur schwer zu brechen", meint Sullivan.

Googlen als Synonym für Websuche

Die einzige Möglichkeit für andere Suchmaschinen aufzuholen sei laut Yahoos Chef-Such-Stratege Prabhakar Raghavan, radikal neue Wege für die Präsentation der Informationen zu finden, welche die Nutzer eigentlich benötigen. Die Suche sei dabei nur ein Umweg, meint Raghavan. Microsoft und Yahoo haben es aber auch nicht geschafft, ihre Markennamen wie Google zu positionieren. "Googlen" wurde schließlich in den allgemeinen Sprachgebrauch als Synonym für die Web-Suche übernommen. (red)

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    Google wird vielen zu mächtig.

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