Tamilen-Rebellen zu Feuerpause bereit

23. Februar 2009, 14:33
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Übergabe der Waffen aber vorerst ausgeschlossen - Armee fordert nach Erfolgen weiter Kapitulation der LTTE

Colombo - Nach massiven Terrainverlusten im Kampf gegen Sri Lankas Regierungstruppen haben sich die tamilischen Rebellen zu einer Waffenruhe bereiterklärt. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) forderten am Montag unter anderem die UNO und die EU auf, eine sofortige Feuerpause zu vermitteln, um "das Elend der Tamilen" zu beenden. Die Armee beharrte jedoch darauf, dass sich die Rebellen ergeben müssten.

In der LTTE-Erklärung hieß es, die UNO, die EU, die USA, Japan und Norwegen sollten die Regierung in Colombo zur Vereinbarung eines Waffenstillstands bringen. Der politische Chef der LTTE, B. Nadesan, sicherte der internationalen Gemeinschaft zu, "bei all ihren Bemühungen zusammenzuarbeiten, eine unmittelbare Waffenruhe zu erwirken und auf eine politische Lösung hinzuarbeiten". Die internationale Gemeinschaft solle ihrerseits die Haltung der LTTE prüfen, "dass ein unabhängiger Staat die einzige dauerhafte Lösung" des Konflikts sei.

Verzicht auf Waffen nur nach Garantien

Ihre Waffen wollen die LTTE-Kämpfer aber nicht abgeben, da sie zum "Schutz des tamilischen Volkes" gebraucht würden. Ein Verzicht auf Waffen sei erst möglich, wenn eine politische Lösung mit Garantien der internationalen Gemeinschaft erzielt worden sei, erklärten die Rebellen.

Die srilankische Armee lehnte den Vorschlag einer Waffenruhe entschieden ab. "Unsere Position ist, dass sie ihre Waffen niederlegen und sich ergeben müssen", sagte Armeesprecher Udaya Nanayakkara über die Rebellen. An diesem Standpunkt habe sich nichts geändert. Die Regierung in Colombo hatte einen von Norwegen vermittelten Waffenstillstand Anfang vergangenen Jahres offiziell aufgekündigt. Sie warf den Rebellen vor, die Kampfpause zur Bewaffnung und zur Festigung ihrer Macht im Norden des Landes zu missbrauchen.

In den vergangenen Wochen hatten die Regierungstruppen das als Hauptstadt der Rebellen fungierende Kilinochchi sowie deren größten Militärstützpunkt Mullaittivu eingenommen. Die LTTE-Kämpfer verloren die Kontrolle über den Großteil ihres bisherigen Einflussgebietes und suchten im Dschungel eines etwa 100 Quadratkilometer großen Küstenstreifens Schutz. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, die Armee habe das Dorf Puthukkudiriruppu eingekreist, von dem aus LTTE-Rebellen am Freitag Selbstmordanschläge verübt hatten. Die Regierung hatte angekündigt, die Rebellen bis zum srilankischen Neujahrsfest im April endgültig besiegen zu wollen.

In Sri Lanka bilden buddhistische Singalesen die Mehrheit. Die Rebellen kämpfen seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat für die hinduistischen Tamilen. Unter dem Konflikt leiden zehntausende Zivilisten, die in den Kampfzonen eingeschlossen sind. Die Regierung wirft den Rebellen vor, Unbeteiligte als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die LTTE kritisierten hingegen in ihrer Erklärung, täglich würden Dutzende Menschen bei rücksichtslosen Bombardements der Armee getötet oder verletzt. (APA)

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