Der Fall Umar I.

22. Februar 2009, 19:54
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2004 flüchtete Umar I. vor dem tschetschenischen Regime - am 13. Jänner 2009 wurde er in Wien erschossen

2004: Umar I. flüchtet samt Familie vor dem tschetschenischen Regime.

2006: I. erhebt Beschwerde gegen Russland beim Europä-ischen Gerichtshof für Menschenrechte.

2007: Familie I. erhält in Österreich Asyl. Russland erlässt Haftbefehl gegen Umar I., den Österreich ablehnt.

Juni 2008: Ein Tschetschene sagt der Polizei, er habe den Auftrag, I. zu ermorden, es gebe eine Todesliste mit 300 Tschetschenen. Er wird nicht verhaftet, aber abgeschoben.

Dezember 2008: I. fühlt sich neuerlich bedroht, der Polizei sind die Angaben zu vage, um Personenschutz zu gewähren.

13. Jänner 2009: Umar I. wird in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen.

20. Jänner 2009: Innenministerin Maria Fekter weist Kritik an Polizei zurück. I. habe "dezidierten Schutz abgelehnt".

22. Jänner 2009: Fekter korrigiert: I. habe Personenschutz doch nicht abgelehnt. Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl gesteht eine "Fehleinschätzung" ein.

28. Jänner 2009: Die Polizei nimmt in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich sieben Tschetschenen fest. Ob die eigentlichen Täter darunter sind, ist zunächst unklar. Der mutmaßliche Fahrer des Fluchtautos wurde bereits zuvor festgenommen.

22. Februar 2009: Die polnischen Behörden geben bekannt, dass einer der beiden mutmaßlichen Haupttäter in einem Hotel in der Nähe der Hauptstadt Warschau gefasst wurde. (red, DER STANDARD; Printausgabe, 23.2.2009)


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