"Absurd wenig Geld" für Publizistikförderung

22. Februar 2009, 18:23
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360.000 Euro für 93 Zeitschriften empfohlen

Die Academia des Kartellverbandes wird mit rund 5700 Euro bedacht, Akin der "Bewegung für Sozialismus" mit rund 3400, ebenso viel erhalten die feministische Zeitschrift Auf, die evangelische Junge Gemeinde und die katholische Junge Kirche, die schwulen Lambda- Nachrichten und die sozialdemokratische Zukunft. 98 Zeitschriften haben sich beim jüngsten Termin um Publizistikförderung beworben; 93 empfahl der zuständige Beirat der Medienbehörde KommAustria, (Liste der 93 Titel).

Abgelehnt hat der Fachbeirat diesmal Aktion Leben Österreich der gleichnamigen Abtreibungsgegner. Mitglieder des Beirats zweifelten an den Verkaufszahlen der Zeitschrift, die sie selbst per Postwurf in ihren Briefkästen fänden. Der Beirat begründete die Ablehnung mit der gesetzlichen Bedingung, Förderungen müssten "in Hinblick auf die wirtschaftliche Lage erforderlich" sein.

"Absurd wenig"

Die wenigen tausend Euro Förderung pro Titel kritisiert Marie Ringler (Grüne) als "absurd wenig Geld". Sie saß sechs Jahre im zuständigen Beirat. Für die Publizistikförderung stehen 360.000 Euro zur Verfügung. So viel bekommen allein Krone und Kleine an Vertriebssubvention aus der Presseförderung (gesamt rund 13 Millionen), die Tages- und Wochenzeitungen gilt.

Ringler setzte im Beirat durch, dass auch nichtdeutschsprachige Zeitschriften Publizistikförderung bekommen können. Bei denen hat sich das allerdings noch nicht wirklich herumgesprochen: Zuletzt bewarb sich noch kein solches Magazin um diese Subvention. Ausnahme: die "Vienna Review". Die zählt aber eher nicht zu den von Ringler gemeinten Migrantenmedien. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 23.2.2009)

 

 

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