"Mit bestimmten Personen Gefahr" für Bestand des ORF

22. Februar 2009, 18:20
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Medienstaatssekretär Ostermayer: "Nicht warten, bis es zu spät ist" - Lorenz findet, dem ORF reichten vier statt sechs Direktoren

 14 prominente Journalisten zeichneten einen offenen Brief gegen die Ablöse ihres Chefs. Die bürgerliche Mehrheit im Aufsichtsgremium des Senders will den Mann absägen. "Distanz zu den Parteien ist unverzichtbar", heißt es im Brief, um "Glaubwürdigkeit der journalistischen Leistungen nicht in Verruf zu bringen und unsere Unabhängigkeit zu bewahren".

Die Rede ist vom Lärchenberg in Mainz, nicht dem Küniglberg, auch wenn sich Parallelen zwischen ZDF und ORF auftun. Beim deutschen Gebührensender protestieren etwa Maybrit Illner, Claus Kleber und Guido Knopp gegen Einmischung der Parteien. Chefredakteur Nikolaus Brender soll nicht verlängert werden.

"Nicht warten, bis es zu spät ist"

Was sagt Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SP) "profil" über den ORF und dessen Chef Alexander Wrabetz? "Klar ist, dass Entscheidungen anstehen, um die Zukunft sicherzustellen. Zunächst geht es immer um Strategie, dann um Personen." Ostermayer verweist auf Ablösen bei ÖBB, AUA, Asfinag. "Wenn man zu dem Schluss kommt, dass es mit bestimmten Personen Gefahren für den Bestand des Unternehmens gibt, dann muss man die Verantwortung wahrnehmen und darf nicht warten, bis es zu spät ist." Anlass bieten Änderungen am ORF-Gesetz, die Ostermayer heuer erwartet; Wrabetz laut trend 2011. Wolfgang Lorenz, als Programmdirektor Ablösekandidat, findet in der "Kleinen", dem ORF reichten vier statt sechs Direktoren.

Am Montag, diskutiert der Finanzausschuss Wrabetz' Strukturpläne für den ORF. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 23.2.2009)

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    "Klar ist, dass Entscheidungen anstehen, um die Zukunft sicherzustellen. Zunächst geht es immer um Strategie, dann um Personen.", meint Medienstaatssekretär Ostermayer.

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