Weniger ist fast genauso viel

22. Februar 2009, 18:42
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Honda Insight: Der schlankere Hybrid-Ansatz. Bei gnadenlosem Bolzen wird man den Vorteil der aufwändigen Technik kaum zu spüren bekommen

Den Honda Civic gibt es ja schon fast so lange wie den Toyota Prius mit Hybridantrieb (Verbrennungsmotor plus Elektromotor), allein, das haben viele gar nicht wahrgenommen, womit sich der Erfolg auch in Grenzen hielt. Dass also zum Thema Hybridantrieb immer nur von Toyota die Rede ist, soll sich nun schlagartig ändern - Honda bringt den Insight Hybrid, eine Neuentwicklung mit einem ganz wichtigen Ziel: einem Preis, der trotz des erheblichen Zusatzaufwands nur geringfügig über dem Niveau eines ganz normalen Autos dieser Klasse liegt. Und wichtig: Die Batterien sind jetzt am Wagenboden angeordnet anstatt an der Rücksitzlehne. Folglich kann diese nun in gewohnter Manier 60:40 umgelegt werden - für unser Freizeitverhalten geradezu unerlässlich.

Kleiner, leichter, billiger

Dabei wurde das Auto aber nicht neu erfunden. Trotz eigenständiger Karosserie basiert der Insight auf bewährten Teilen des Honda-Baukastens (Jazz). Die Hybridtechnik wurde im Wesentlichen vom Civic Hybrid übernommen, die Batterie ist aber etwas kleiner, hat damit leichter Platz und ist billiger.

Der technische Aufbau des Hybridsystems ist einfacher als etwa bei Toyota. Der Elektromotor ist direkt mit der Kurbelwelle verblockt. Die Motorsteuerung erlaubt es aber, dass die Zylinder leer mitlaufen, was vorübergehend auch einen reinen Elektroantrieb möglich macht. Das Ergebnis: 101 Gramm CO2 je Kilometer ist ein sehr guter Wert, zeigt aber auch, dass niemand zaubern kann.


Günstig und ziemlich gut in Form: Mit dieser Mischung will Honda den Hybridmarkt aufmischen.

Weil gerade beim Hybridantrieb die Fahrweise eine ganz entscheidende Rolle spielt, wird der Fahrer auch gut mit Informationen über seinen Fahrstil versorgt. Denn wer gnadenlos bolzt, wird den Vorteil der aufwändigen Technik kaum zu spüren bekommen. Man muss der Technik also auch von der Fahrerseite her eine Chance geben, zu unserem Vorteil zu arbeiten. So geht auf Knopfdruck (grüne Taste) die Getriebesteuerung auf Economy, Motor- und Klimaanlagenleistung werden reduziert. In einem Anzeigefeld am Armaturenbrett werden an brave Fahrer Blümchen verteilt, wenn man sehr lange sparsam fährt, kriegen sie sogar Knospen.

Auto und Fahrer werden so zu einem Gesamtsystem, auf dass sich ein Ehrgeiz zum Sparen entwickle. Eine neue Form der wohlerzogenen Überlegenheit entwickelt sich, selbstbewusste Höflichkeit statt Rambo-Allüren. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/13.2.2009)

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  • Der technische Aufbau ist einfacher als bei Toyota, das Spritsparergebnis aber überraschend nahe dran.
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    Der technische Aufbau ist einfacher als bei Toyota, das Spritsparergebnis aber überraschend nahe dran.

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