Mehrheit glaubt, dass BZÖ weiter vorn bleibt

22. Februar 2009, 17:38
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Das BZÖ geht nach der jüngsten market-Umfrage als Favorit in die Landtagswahl am kommenden Sonntag

Klagenfurt/Linz - Der wahrgenommene Werbedruck ist enorm: 68 Prozent der Kärntner ist nach einer Umfrage des Linzer market-Instituts in den vergangenen Wochen aufgefallen, dass das BZÖ besonders viel Wahlwerbung macht. Damit ist die orange Partei, die hier als „BZÖ - Liste Jörg Haider" antritt, mehr als doppelt so präsent wie die Freiheitlichen, die sich bei der Wahl am kommenden Sonntag auch in Kärnten wieder etablieren wollen.

Ob ihnen das gelingen wird? Der Standard ließ 400 repräsentativ ausgewählte Kärntner dazu befragen. 42 Prozent der Kärntner Männer und 29 Prozent der Frauen halten es für eine wahrscheinliche Wahlfolge, dass die Strache-FPÖ in der Kärntner Landespolitik wieder Fuß fassen kann. Besonders hoch sind die diesbezüglichen Erwartungen in den Bezirken Spittal und Wolfsberg und unter deklarierten Freiheitlichen - außerdem unter Grün- und ÖVP-Wählern.

Die meistgenannte „wahrscheinliche Wahlfolge" ist, dass das BZÖ auch weiterhin den Landeshauptmann stellen wird. Diese Haltung findet in allen Bevölkerungsgruppen und in allen Parteianhängerschaften eine Mehrheit - außer bei den Sozialdemokraten. Insgesamt 60 Prozent der Kärntner halten einen orangen Landeshauptmann für weiter denkbar.

In der Umfrage, in der mehrere (auch einander widersprechende) Einzelaussagen möglich waren, gilt es mit 54 Prozent als nicht viel weniger wahrscheinlich, dass es auch der SPÖ gelingen könnte, wieder den Landeshauptmann zu stellen - das glauben wiederum die BZÖ-Anhänger nicht.

Damit wird zu einer wichtigen Frage, welche Partei ihre Anhänger eher zur Wahl bringen kann - nur 62 Prozent der Wahlberechtigten sind bisher fest entschlossen, zur Wahl zu gehen. market-Chef Werner Beutelmeyer sagt dazu: „Das BZÖ macht zwar viel Werbung - aber die deklarierten BZÖ-Anhänger sind selbst nicht ganz so sicher, ob sie ihre Stimme wirklich abgeben werden. Die Sozialdemokraten haben die entschlossenste Anhängerschaft, die potenziellen FPÖ-Wähler sind relativ am wenigsten sicher, ob sie wirklich wählen gehen werden." Dies macht die Hochrechnung der Sonntagsfrage nicht gerade einfach.

Dennoch geht Beutelmeyer davon aus, dass das BZÖ am kommenden Sonntag vorne liegen wird: Seine Hochrechnung sieht das BZÖ mit 39 Prozent zwar hinter dem Ergebnis, das Jörg Haider 2004 noch als FPÖ-Kandidat eingefahren hatte (42,4 Prozent), aber vor der SPÖ - mit 37 Prozent würden die Sozialdemokraten ebenfalls gegenüber 2004 verlieren, nämlich 1,4 Prozentpunkte.
Rechnet man die fünf Prozent für die FPÖ zu den erwarteten 39 Prozent für das BZÖ dazu, dann würde das rechte Lager insgesamt gestärkt. Die ÖVP bliebe mit zwölf Prozent auf demselben niedrigen Niveau (11,6 Prozent) wie 2004, dasselbe gilt für die Grünen mit sieben (zuletzt: 6,7) Prozent.

market erhob auch, für welche Kandidaten die Stimmung „viel besser" geworden ist. Auch hier hat BZÖ-Spitzenkandidat Gerhard Dörfler die Nase vorne: Neun Prozent meinen, dass sich für ihn die Stimmung sehr verbessert habe, 13 Prozent erwarten, dass seine Partei „der große Gewinner" wird. Allerdings: Auch Reinhart Rohr attestieren acht Prozent der Befragten eine sehr viel bessere Stimmung. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2009)

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