
Milorad Dodik ist der mächtigste Mann in der Republika Srpska, er tritt gegen eine verstärkte Macht der Zentralregierung ein.

Mit Premier Milorad Dodik sprach Andrej Ivanij.
STANDARD: Wenn man Sie irgendwo in Europa fragen würde, woher Sie kommen, was wäre Ihre Antwort?
Dodik: Aus der Republika Srpska.
STANDARD: Heißt das, dass Sie Bosnien und Herzegowina nicht als Ihren Staat empfinden?
Dodik: Bosnien ist für uns ein Zwang, das Resultat des Friedensabkommens von Dayton. Als ein Mann, der das Recht akzeptiert, erkenne ich das an. Aber wenn sie mich nach meinen Emotionen fragen, dann werde ich immer sagen, dass ich aus der Republika Srpska, aus Banja Luka komme. Und wenn diese Identifikation nicht ausreicht, dann sage ich, dass ich aus Belgrad, aus Serbien bin.
STANDARD: Wie ist Ihre Vision von Bosnien und Herzegowina?
Dodik: Düster. Wir sind grundsätzlich nicht gegen Bosnien, aber es ist sicher nicht ein Bosnien, wie man es sich in Sarajevo vorstellt. Bosnien hat eine Chance, sich als Bund sehr loser föderaler Einheiten zu erhalten.
STANDARD: Warum wächst Bosnien auch vierzehn Jahre nach dem Krieg nicht zusammen?
Dodik: Bosnien hat sich die ganze Zeit über erhalten, weil es die internationale Gemeinschaft so wollte. Es hat seine internationale Legitimität bekommen, weil es große Länder anerkannt hatten. Aber es ist Bosnien nie gelungen, die innere Legitimität und Souveränität herzustellen. Das ist der Kern aller Probleme, denn nur wenige Staaten konnten sich aufgrund internationaler Souveränität erhalten.
STANDARD: Wie steht es um die Verfassungsreform? Es war die Rede von einer Neuaufteilung Bosniens.
Dodik: Unsere Position ist ganz klar. Die RS bleibt in ihrer jetzigen territorialen und politischen Kapazität unantastbar, wie das im Abkommen von Dayton definiert ist. Die RS hat bewiesen, dass sie sich selbstständig erhalten kann, alle Standards des modernen Europas implementiert und völlig gleich berechtigt alle Nationalitäten aufnimmt. Wenn sich die Herrschaften aus der Föderation auf neue Entitäten im Rahmen der Föderation einigen, habe ich nichts dagegen. Die Föderation ist für uns Ausland.
STANDARD: Hat der Internationale Hohe Vertreter immer noch das letzte Wort in Bosnien?
Dodik: Ja. Aber diese Zeiten sind vorbei. In der Praxis kann der Hohe Vertreter mit Gewalt seinen Willen nur schwer durchsetzen. Jahrelang war er ein Motor der Politik in Sarajevo, man hat über 200 demokratisch gewählte Leute in der RS einfach abgelöst, unsere Fonds, unser Geld weggenommen, uns Rechte abgestritten, alles im Namen eines angeblich normalen Bosniens. Nichts hat genützt, auch der internationalen Gemeinschaft ist mittlerweile klar geworden, dass die RS ein Faktor ist, der bestehenbleiben wird. Jetzt besteht der Wunsch in Sarajevo, dass wieder ein ausländischer Maharadscha kommt, ein Brite sollte es sein, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen würde.
STANDARD: Aber der Hohe Vertreter ist ja für die Umsetzung des Dayton-Abkommens zuständig.
Dodik: Ja, aber anstatt den Wortlaut des Abkommen durchzusetzen, wird jetzt der Sinn, der Geist von Dayton gedeutet. Und wenn sie einmal den Geist herauslassen, ist es schwer, ihn wieder einzufangen. Jetzt machen sich Muslime wieder Hoffnung, dass die Ausländer die RS säubern, die Kroaten noch weniger werden, und dass, wer bleibt, sich assimilieren und nach ihren Vorstellungen leben wird. Wenn man sich nicht strikt an das Abkommen hält und stattdessen seinen Geist deutet, dann fühlen sich natürlich die Kroaten betrogen und wollen auch eine eigene Entität haben. Jetzt ist dieser Geist aufgeblasen, und die Sonne kann deshalb nicht bis nach Bosnien durchscheinen. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2009)
Zur Person: Milorad Dodik( 49) ist Chef der Allianz der unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) und seit 2006 Premier der RS. Der Politologe wurde zunächst von der internationalen Gemeinschaft hofiert. Kürzlich wurde gegen ihn in Sarajevo Anklage wegen Veruntreuung von 72 Mio. Euro und Geldwäsche erhoben. Dodik wies alle Beschuldigungen als politische Manipulation ab, die seine Ablösung einleiten sollte, die der neue Hohe Vertreter durchführen würde.
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Elefant in einem Porzellanladen ist Herr Dodik. Man hört ständig sein Geplärre über die Unmöglichkeit eines Zusammenlebens der Serben mit den Bosniaken und den Kroaten. Diese rassitischen Äußerungen sind einfach nur anachronistisch und solche Ideologien (Rassen-/Nationen-/Ethnientrennungen) befinden sich auf dem Misthaufen der Geschichte, wo sie auch hingehören.
Bosnien und Herzegowina würden vielleicht einfach mehr Frauen in der Politik gut tun. Die meisten Männer in der bosnischen Politik präsentieren sich gerne als starke Rambos, dahinter ist meistens nichts als heiße Luft. Die Bosnier sollten den Bosnierinnen die politischen Ruder übergeben. Ich glaube, sie würden das Land schneller in die EU führen.
In Brüssel/Bruxelles, richtig, oder?! Und was für ein Staat ist Belgien? Ein mononationaler? Da war doch was von Flamen und Wallonen, oder... Und Albanien ist etwa ein rein muslimischer Staat? So ganz ohne Christen, tztz...
BiH wäre eine unglaubliche Bereicherung für die EU! Genauso wie Serbien auch! Und auch Mazedonien! (Liste ließe sich fortsetzen...)
warten sie ab .... die flamen jammern schon das sie die walonen finanziell unterhalten müssen.
wenn die armut einkehrt wird auch dort klima noch rauer.
die vollendung des zerfalls jugoslawiens werdet ihr liebe bosnischen muslime schon bekommen ...das wolltet ihr doch vor ein paar jahren....ihr habt damals nur vergessen oder übersehen das bosnien ein jugoslawien im kleinem ist.
liebes politische europa das kommt alles vom völkerrechtswiedrigem prezedensfall kosovo....ihr könnt es tausendmal einzelfall nennen aber das sieht die mehrheit der bürger europas anders
diesen Blödsinn glaubt fast eh keiner mehr. Dieser Typ war für ein gemeinsames Jugoslawien (ein typischer komunist) guck dir mal seine Rede vom Amselfeld an (findest du in Wikipedia, sogar auf Deutsch) Die Medien behaupten das er in dieser Rede vom Großserbischen Reich spricht, was überhaupt nicht stimmt. Kannst dich ja selbst davon überzeugen. hier der link
http://www.friwe.at/jugoslawi... osevic.htm
dann hat euch also Milosevc auf die Strassen geschickt um mit der bonischen Fahne zu wehen und nicht mit der jugoslawischen?
und zum HUNDERSTEN MAL!!!! Milosevic war damals Präsident Serbiens und nicht Jugoslaviens!!!!!
Der letzte Präsident Jugoslawiens war... na 3x dürfens raten. Ich sag nur eins als Hinweis. Der Bart gehört nicht dem Weihnachtsmann
Wo kann man das denn nachlesen? Vermutlich hat Milosevic Kroatien uns Slowenien in die Unabhängigkeit geführt und Alija vom selben überzeugt? Wie lächerlich ist das denn. Mag sein, dass Milosevic für vieles was danach kam die Verantwortung übernehmen müsste, den Zerfall haben allerdings die Nationalisten ausserhalb Serbiens verursacht.
Schaut Euch mal diesen Link an: http://www.youtube.com/watch?v=6... re=related
Da sieht man wie hasserfüllt das Klima im derzeitgen Bosnien ist und von wem hier der Hass ausgeht, kaum zu glauben, der Mann ist TV-Moderator. Und dann heißt es Dodik sei unbeherrscht. Das wird nicht gut gehen...
dodik...
legendär, wie er auf die frage, ob er beim fußball zu serbien oder bosnien helfen wird, geantwortet hat.
muss zugeben, dass ich - obwohl ich mit nationalismus nichts anfangen kann - trotz bosnischem pass, niemals auf die idee gekommen bin bosnien gegen serbien zu unterstützen.
- unterstützt dies das (schlechte) Image der Serben in der Welt noch mehr.Nämlich die Ausdehnung des Staatsterritoriums, Groß-Serbien, usw. usw.. oder was hindert sonst Dodik an einer Ausrufung zur Unabhängigkeit.Er droht aber im Grunde weiß er was passiert wenn er es machen sollte.Die Serben in BiH träumen Träume indem sie sich selber und das Land isolieren.Die Kroaten in Bosnien-H. haben sowieso keinerlei Unterstützung aus Zagreb mehr.Der Sabor in Zagreb hat schon vor langer Zeit ausgerichtet, dass die Haupstadt der bosn.Kroaten Sarajevo ist und nicht Zagreb! Die Bosniaken müssen ebenfalls damit abfinden, dass Bosnien-H. eben aus 3Volksgruppen besteht und Bosnien-H. nie ein rein Moslemischer/Islamischer oder sonst was Staat werden wird.
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