Pentagon: Guantánamo konform mit Genfer Konvention

22. Februar 2009, 16:54
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Lediglich ein Mangel an sozialen und religiösen Aktivitäten für als besonders gefährlich eingestufte Häftlinge kritisiert

Washington - Die Haftbedingungen im US-Gefangenenlager Guantánamo entsprechen einem Pentagon-Bericht zufolge grundsätzlich den Vorgaben der Genfer Konvention zur Behandlung Kriegsgefangener.

In dem von US-Präsident Barack Obama in Auftrag gegebenen Bericht werde lediglich ein Defizit an sozialen und religiösen Aktivitäten für die Gruppe der als besonders gefährlich eingestuften Gefangenen kritisiert, berichtete die Washington Post am Wochenende unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hohen Regierungsbeamten. Die mutmaßlichen Top-Terroristen im Lager lebten demnach möglicherweise ungerechtfertigt stark isoliert von anderen Gefangenen.

Holder besucht Lager

Obama hatte den Bericht im Rahmen seines Plans angefordert, das umstrittene US-Lager für mutmaßliche Terroristen auf Kuba spätestens bis Jänner 2010 zu schließen. Der mit der Prüfung beauftragte Admiral Patrick Walsh kommt dem Bericht nach zu dem Ergebnis, dass die Gefangenen in Guantánamo rechtmäßig und human behandelt würden.
US-Justizminister Eric Holder will heute, Montag, Guantánamo besuchen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. In dem Lager werden zurzeit noch rund 245 Terrorverdächtige festgehalten.
Im Irak wurde das berüchtigte, früher von der US-Armee betriebene Gefängnis Abu Ghraib am Wochenende unter neuem Namen wiedereröffnet. Es heißt jetzt „Zentralgefängnis Bagdad", verfügt über Freizeiteinrichtungen, Trainingsgeräte, Computer, eine Bücherei und Gewächshäuser, wie die irakischen Behörden am Samstag mitteilten. (dpa, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 23.3.2009)

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