Todd Lodwick Doppelweltmeister

22. Februar 2009, 11:14
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US-Amerikaner holte schon die zweite Goldene in Liberec - Bieler Achter

Liberec - Todd Lodwick flog mit dem Selbstvertrauen des Auftaktsiegers zu seiner zweiten Goldmedaille, die Hoffnungen der ÖSV-Kombinierer wurden erneut enttäuscht. Der US-Amerikaner setzte sich am Sonntag bei der WM in Liberec im Einzelbewerb von der Normalschanze souverän 13 Sekunden vor dem Norweger Jan Schmid und 33,5 vor seinem Landsmann Bill Demong durch und verhalf den USA mit insgesamt drei Goldenen zum Ausbau der Führung in der Medaillenwertung. Christoph Bieler probierte alles, musste sich aber als bester Österreicher mit Rang acht (+1:22,7) begnügen.

Auch die Unterstützung von Wolfgang Loitzl half nicht. Der Steirer musste 20 Stunden nach seinem Triumph mitansehen, wie die ÖSV-Kombinierer nach guter Ausgangsposition in der Loipe beherzt kämpften, aber erneut weit von den Medaillen entfernt waren. Dass es anderen aus dem Kreis der Mitfavoriten wie den Deutschen und dem viertplatzierten Weltcup-Spitzenreiter Anssi Koivuranta (FIN) nicht besser ging, war kein Trost.

Erneut hatten andere bei schwierigen Neuschnee-Bedingungen schnellere Langlaufski unter den Beinen. Vor allem die US-Amerikaner und der fünftplatzierte Japaner Norihito Kobayashi. "Solche Raketen hätte Christoph Bieler gebraucht", sagte Cheftrainer Alexander Diess. "So wie sich das Langlaufrennen entwickelt hat, war es sehr schwer, Medaillen zu machen. Natürlich bin ich enttäuscht." Nun sei man auch im Teambewerb in eine Außenseiterrolle.

Der Tiroler Bieler hatte sich nach Rang fünf von der Schanze ("Da ist mir ein absoluter Treffer gelungen") gute Chancen ausgerechnet. Im 10-km-Langlauf riskierte er alles, doch in der zweiten der vier Runden vermochte er mit Lodwick und Schmid nicht mehr mitzuhalten, wenig später fiel auch Koivuranta aus der Vierer-Gruppe zurück.

"Ich bin schon sehr enttäuscht", erklärte der 31-jährige Team-Olympiasieger. "Ich bin auf hopp oder drop gelaufen, zwei Runden habe ich mitgehalten, dann bin ich explodiert." Er habe auf diese Taktik gesetzt und er bereue es nicht, betonte Bieler. "Denn hier zählt nur eine Medaille." Seine Ski seien gut gewesen, die US-Amerikaner hätten aber "Bombenski" gehabt. Bieler erinnerte sich an frühere Zeiten, als die ÖSV-Langläufer bei der WM Materialunterstützung geboten hatten. Dies ist passe, die Langläufer kämpfen selbst um den Anschluss.

Bernhard Gruber, der Vierte von der Schanze, musste nach Rang elf enttäuscht Bilanz ziehen. "Ich konnte von Anfang an das Tempo nicht halten, ich weiß nicht, was die anderen machen. Wenn ich mitgelaufen wäre, wäre ich nach zwei Runden flach gelegen", sagte der 24-jährige Salzburger, der vergeblich Anschluss an die Spitzengruppe gesucht hatte und dann noch mehrere Plätze einbüßte.

Mario Stecher, dessen Chance nach Rang 13 im Springen ohnehin gering gewesen war, dachte nach Rang zehn (+1:27,7) bereits an die Zukunft. "Ich bin überzeugt, dass wir noch unsere Chance bekommen. Meine Ski waren in Ordnung, aber andere hatten noch viel bessere." Willi Denifl fiel nach überstandener Verkühlung im Lauf von der neunten an die 30. Stelle zurück.  (APA)

Ergebnisse des Einzelbewerbs (1 Sprung Normalschanze, 10 km Langlauf) bei den Nordischen
Ski-Weltmeisterschaften in Liberec am Sonntag:

1. Todd Lodwick (USA) 24:22,3 Min./1. nach dem Springen - 2. Jan Schmid (NOR) + 0:13 Min./2. - 3. Bill Demong (USA) 33,5/12. - 4. Anssi Koivuranta (FIN) 54,7/2. - 5. Norihito Kobayashi (JPN) 1:02,9/14. - 6. Yusuke Minato (JPN) 1:11,4/18. - 7. Sebastian Haseney (GER) 1:14,9/19. - 8. Christoph Bieler (AUT) 1:22,7/5. - 9. Tino Edelmann (GER) 1:22,7/7. - 10. Mario Stecher (AUT) 1:27,7/13. - 11. Bernhard Gruber (AUT) 1:30,3/4. Weiter: 30. Wilhelm Denifl (AUT) 3:21,0/9.

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Todd Lodwick räumt bei den Kombinierern ab.

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