Protest gegen Putins Krisenmanagement

21. Februar 2009, 15:58
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Regierungstreue Gegendemonstranten in Moskau festgenommen

Moskau - Mehrere hundert Anhänger der russischen Opposition haben am Samstag in Moskau gegen das Krisenmanagement von Ministerpräsident Wladimir Putin protestiert und den Rücktritt der Regierung gefordert. Der frühere Schach-Weltmeister und Oppositionelle Garri Kasparow und der ehemalige Ministerpräsident Michael Kasjanow sprachen von einem Lastwagen aus zu der Menge. "Ich sehe keinen Ausweg aus der Krise für unser Land, wenn wir keine politischen Reformen umsetzen", sagte Kasparow. Nur der Rücktritt Putins werde Russland helfen, die Krise zu überwinden.

Festnahmen

Am Rande der ersten Kundgebung der im Dezember 2008 gegründeten Oppositionsbewegung Solidarnost nahm die Polizei sieben kremltreue Gegendemonstranten fest. Sie hatten laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax und der Oppositions-Website kasparov.ru versucht, die genehmigte Solidarnost-Demonstration zu stören.

Die russische Opposition organisiert regelmäßig Demonstrationen gegen die Regierung, diese wurden bisher aber stets verboten und mit aller Gewalt auseinandergetrieben. "Jeder öffentliche Protest ist ein Riss im Monolith der Macht", betonte der 45-jährige Kasparow am Samstag vor 300 bis 400 Demonstranten.

Beobachter geben der in Anlehnung an Polens Gewerkschaftsbewegung benannten Solidarnost allerdings kaum Chancen und sehen sie wie alle bisherigen Einigungsversuche der Opposition zum Scheitern verurteilt. Die Ziele ihrer Mitglieder seien zu gegensätzlich, urteilte etwa die Zeitung "Kommersant". (APA/AP)

 

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