Kowalczyk erläuft Polens erstes WM-Gold

21. Februar 2009, 14:30
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Justyna Kowalczyk sorgte in der Doppel-Verfolgung für den ersten Langlauf-Titel ihrer Nation. Tirolerin Smutna gab auf

Liberec - Nach ihrem Sieg bei der Olympia-Generalprobe hat Justyna Kowalczyk auch bei der Nordischen Ski-WM triumphiert. Die 26-Jährige gewann am Samstag in Liberec vor 13.300 Zuschauern die 15-km-Doppelverfolgung und holte damit die erste Goldmedaille für Polen im Damen-Skilanglauf. Nach je 7,5 Kilometern in der klassischen und in der Skating-Technik setzte sich Kowalczyk im Sprint 1,7 Sekunden vor der Norwegerin Kristin Steira Störmer und 8,0 Sekunden vor der 10-km-Weltmeisterin Aino-Kaisa Saarinen (FIN) durch. Die ÖSV-Läuferin Katerina Smutna, die sich nicht fit fühlte, gab nach rund elf Kilometern auf.

Kowalczyk hatte ihre zwei Saisonsiege in Whistler (Kanada/Doppelverfolgung) bzw. in Otepää (Estland/10 km) gefeiert. Bei der WM hielt sie auf dem klassisch zu laufenden Abschnitt den Kontakt zur Spitze und wechselte als Vierte auf die Skating-Ski. Da waren die Positionen schon bezogen, nur die 10-km-WM-Zweite Marianna Longa (ITA) hielt noch den Kontakt zu den späteren Medaillengewinnerinnen. Nach bester Skating-Zeit durfte Kowalczyk, die Olympia-Dritte von Turin (30 km Skating) über ihren bisherigen Karriere-Höhepunkt jubeln.

Für Smutna, die in Whistler immerhin Rang acht belegt hatte, setzte es hingegen erneut eine Enttäuschung. Nachdem sie zum Auftakt nur 24. geworden war, stieg die Klassik-Spezialistin in der Verfolgung aussichtslos zurückliegend (um Rang 50) aus. "Ich bin nicht ganz fit, das habe ich auch schon im 10-km-Rennen gemerkt, denn das war auch nicht mein gewohntes Niveau", sagte die 25-jährige Wahl-Tirolerin. Sie hätte bei schwierigen Wachsbedingungen zudem einen zu glatten Ski für die klassische Technik gehabt und einen "nicht so schnellen" für das Skaten. "Der klassische Abschnitt hat ihr wohl schon viel Kraft gekostet" meinte Cheftrainer Bernd Raupach.

Angesichts der etwas angeschlagenen Gesundheit ist die WM für Smutna wohl auch schon wieder zu Ende. Sie werde auf den Sprint am Dienstag, der ohnehin in der von ihr nicht allzusehr geliebten Skating-Technik gelaufen wird, verzichten, kündigte die gebürtige Tschechin an. Sie hatte nahe ihres Geburtsortes Jablonec keinen Heimvorteil. Die Strecken hatte sie sich erst kurz vor der WM erstmals angesehen und musste die WM schon nach dem dritten Tag enttäuscht abhaken. "Das ist schade, aber es ist besser, ich werde ganz gesund und trainiere dann für die restliche Saison. Bei einem Großereignis bekomme ich hoffentlich ja noch eine Chance." (APA)

Ergebnisse von den 47. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Liberec vom Samstag:

Damen, Doppel-Verfolgung/2 x 7,5 km: 1. Justyna Kowalczyk (POL) 40:55,3 Minuten - 2. Kristin Stoermer Steira (NOR) +1,7 Sek. - 3. Aino-Kaisa Saarinen (FIN) 8,0 - 4. Marianna Longa (ITA) 21,5 - 5. Valentina Schewtschenko (UKR) 44,2 - 6. Therese Johaug (NOR) 1:23,9 Min. - 7. Arianna Follis (ITA) 1:30,0 - 8. Charlotte Kalla (SWE) 1:30,6 - 9. Petra Majdic (SLO) 1:35,3 - 10. Evi Sachenbacher-Stehle (GER) 1:39,1. Katerina Smutna (AUT) vorzeitig ausgestiegen

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