Überraschung Gina Stechert

21. Februar 2009, 12:11
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Die Deutsche gewann Abfahrt in Tarvis eine Hundertstel vor Vonn, Pärson Dritte - Götschl zeigt als Sechste auf

Tarvis - Mit dem Sensationssieg von Gina Stechert ist am Samstag die Weltcup-Abfahrt in Tarvis zu Ende gegangen. Die 21-Jährige aus Oberstdorf, die bisher noch nie auf dem Podest gestanden war, gewann mit nur einer hundertstel Sekunde Vorsprung auf Weltcup-Spitzenreiterin und Weltmeisterin Lindsey Vonn aus den USA. Dritte wurde die Schwedin Anja Pärson (0,39). Die Steirerin Renate Götschl bewahrte Österreichs Ski-Damen als Sechste (+1,21) vor einem Debakel.

27 Zentimeter zum Sieg

Stechert gelang mit Startnummer fünf eine perfekte Fahrt. Dass sie im Endklassement nach der mit 3.280 Metern längsten Damen-Abfahrt der Saison nur 27 Zentimeter Vorsprung auf Vonn hatte, lag aber auch daran, dass die Weltcup-Titelverteidigerin aus Übersee noch immer durch ihre Daumen-Verletzung am Start gehandicapt war.

"Da habe ich mehr als nur eine Hundertstel verloren", meinte die Doppel-Weltmeisterin von Val d'Isere, die sich angesichts des Minimalstrückstandes nicht richtig über Platz zwei freuen konnte. "Aber für den Gesamtweltcup war's okay."

Vonn zieht im Gesamtweltcup davon

In diesem liegt sie nun schon 213 Zähler vor Maria Riesch, die nicht einmal 24 Stunden nach ihrem Super-Kombisieg in Tarvis Zehnte wurde. Pärson, die als Dritte bereits 314 Zähler hinter Vonn rangiert, vergab ihre Siegchance mit einem Fehler im unteren Teil. "Dieses Mädchen (Vonn, Anm.) macht keine Fehler", wusste auch die Schwedin, dass die US-Amerikanerin ohne Daumen-Handicap wohl gewonnen hätte.

So durfte sich aber Stechert, die bisher Platz vier in der Lake-Louise-Abfahrt am 5. Dezember 2008 als bestes Weltcup-Resultat zu Buche stehen hatte, über ihren Debütsieg freuen. "Es ist super gegangen. Ich habe super Spaß gehabt", betonte Stechert, die damit auch die deutsche Erfolgsserie bei den Damen fortsetzte. Diese halten nach den WM-Triumphen von Kathrin Hölzl im Riesentorlauf und Maria Riesch im Slalom sowie dem Super-Kombi-Erfolg am Vortag nun schon bei vier Siegen en suite.

Götschls erster Top-Sechs-Platz

Von einer solchen Serie können die ÖSV-Damen derzeit nur träumen. Lediglich Götschl, die ihren ersten Top-Sechs-Platz in diesem Winter verzeichnete, lächelte nach ihrem Abschneiden. "Zur absoluten Weltspitze fehlt zwar noch was, aber ich kann trotzdem absolut zufrieden sein. Mir ist die Fahrt einigermaßen gelungen, das hatte wieder was mit Skifahren zu tun", meinte die 33-Jährige, die als einzige Österreicherin in die Top Ten kam. Zum Sieg von Stechert meinte die routinierte Speed-Spezialistin: "Die Fahrt von ihr war einwandfrei, da kann man nur gratulieren."

Dem Rest im ÖSV-Team bereiteten die großen Rückstände Kopfzerbrechen. "Ich war überrascht, dass ich so viel Zeit auf Stechert verloren habe", lautete etwa der Kommentar von Elisabeth Görgl, die als 13. mit 1,64 Sekunden Rückstand zweitbeste ÖSV-Dame war. "Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe versucht, weicher zu fahren als in der Superkombination und den Ski mehr laufen zu lassen. Vielleicht war das zu locker. Ich versuche, jeden Tag das Beste zu geben, das ist mir hier nicht gelungen." Daneben holte nur noch Andrea Fischbacher als 29. Weltcuppunkte.

Am Sonntag haben Österreichs Damen im abschließenden Super-G am Sonntag in Tarvis die Chance zur Rehabilitierung. Topfavoritin ist allerdings erneut Lindsey Vonn. (APA)

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    Gina Stechert, die Oberstdorferin wurde in Tarvis zur Überfliegerin.

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