Kasachstan-Spitzelaffäre weitet sich aus

21. Februar 2009, 12:01
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Ehemaliger Heeresabwehramt-Agent angeblich unter Verdacht - Möglicherweise Blechas Telefon überwacht

Wien - Die Affäre um österreichische Polizisten, die im Auftrag des kasachischen Geheimdienstes sensible Informationen zum Fall des Ex-Botschafters Rakhat Aliyev (Alijew) besorgt haben, weitet sich nach einem Bericht des Wiener Nachrichtenmagazins "profil" offenbar aus. In die Ermittlungen hineingeraten seien auch zwei SPÖ-Politiker, meldet das Magazin laut Vorausmeldung in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Der Vorsitzende der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission, Anton Gaal, sei in diesem Zusammenhang von der Polizei befragt worden; beim ehemaligen Innenminister und stellvertretenden Parteivorsitzenden Karl Blecha habe im vergangenen Herbst offenbar eine Telefonüberwachung stattgefunden. Beide hätten gegenüber "profil" vehement dementiert, aktiv in die Affäre verwickelt gewesen zu sein.

Agent des Abwehramtes unter Verdacht

Inzwischen ist laut "profil" auch ein ehemaliger Agent des Abwehramts (Spionageabwehr des Bundesheeres) unter Verdacht geraten. Der Mann, der sich seit seiner Pensionierung als Informant verdinge, soll bei den beiden niederösterreichischen Beamten Informationen über den Aufenthaltsort des von den kasachischen Behörden gesuchten Ex-Botschafters und Ex-Schwiegersohnes von Staatspräsident Nursultan Nasarbajew angefordert haben, heißt es in dem Bericht. Die kasachische Justiz wirft dem in Österreich untergetauchten Alijew vor, in mehrere Mordfälle und Entführungen verwickelt zu sein. (APA)

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