Nächster Anlauf für Bieler, Stecher

21. Februar 2009, 12:23
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Im Einzelbewerb von der Normalschanze am Sonntag haben die Österreicher die nächste Chance auf Edelmetall

Liberec/Tschechien - Die Enttäuschung über das verpasste Edelmetall im Massenstart-Bewerb war rasch abgehakt, schon am Sonntag (09.45/15.15/live ORF 1) bietet sich den ÖSV-Kombinierern bei der Nordischen Ski-WM in Liberec die nächste Chance. Im neuen Einzelbewerb von der Normalschanze (ein Sprung, 10 km Langlauf) ist die Zahl der Konkurrenten von Christoph Bieler, Mario Stecher und Co. aber neuerlich groß. Die Medaillengewinner vom Freitag strotzen vor Selbstvertrauen und die Topstars Anssi Koivuranta (FIN) und Magnus Moan (NOR) wollen sich nach den Rängen vier bzw. 28 rehabilitieren.

Christoph Bieler stand Samstag schon um neun Uhr früh wieder auf der Schanze, vor allem, um die besseren Bedingungen zum Testen eines neuen Sprungskis zu nützen. Denn mit der Qualität seiner Sprünge ist der 31-jährige Tiroler ohnehin zufrieden, landete im Training zweimal bei 99,5 Meter. "Wir haben am Freitag noch lange analysiert, die Sprünge im Wettkampf waren gut. Für eine Medaille hätte ich halt zwei 'Raketen' gebraucht", sagte Bieler.

Laufen lassen

Für Sonntag war der Team-Olympiasieger wieder optimistisch, Stärke auf der Schanze und in der Loipe geben Zuversicht. "Ich brauche nicht viel zu überlegen, ich kann es laufen lassen", erklärte der Gewinner von fünf Weltcup-Bewerben. Irgendwann würde es mit dem nötigen Quäntchen Glück auch mit der ersten Einzelmedaille klappen.

Bielers Zimmerkollege Mario Stecher verzichtete 15 Stunden nach dem Wettkampf hingegen auf das Sprungtraining. Der Steirer kommt mit der schwierig zu springenden Schanze sehr gut zurecht, deshalb gab er am Samstag der Regeneration den Vorzug. "Der erste Durchgang vom Freitag stimmt mich sehr positiv", sagte der Team-Olympiasieger.

Denifl mischt mit

Dafür stand Willi Denifl erstmals nach einer Verkühlung am Ablauf. Der Tiroler ist neben Bieler, Stecher und Bernhard Gruber der vierte Mann im Sonntag-Wettkampf und er bot in den drei Trainingsdurchgängen starke Leistungen. "Ich möchte einfach einen guten Wettkampf abliefern, dann wird man sehen, was rauskommt", sagte der Stubaitaler. Er war mit 102 Metern Bester im zweiten Durchgang, Bernhard Gruber war zuvor mit 101,5 Metern die Nummer eins gewesen. "Ich gehe nicht mit großen Erwartungen in den Bewerb, will locker springen, dann entwickeln sich die guten Sprünge. Ich fühle mich echt stark", betonte der Salzburger.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Diess hatte demnach keine Probleme, seine Athleten neu einzustellen. "Man muss bereit sein und wieder voll angreifen, freilich braucht es auch das nötige Quäntchen Glück. In der Loipe wird es wieder ganz eng", erklärte der Oberösterreicher.

Massenstart-Sieger Todd Lodwick (USA) wollte für das zweite Rennen keine Prognose abgeben, aber seine Ambitionen waren nicht zu überhören. "Ich bin in Topform, das Selbstvertrauen ist groß", erklärte der 32-Jährige. Auch der zehn Jahre jüngere Franzose Jason Lamy Chappuis, der am Samstag als einziger der Medaillengewinner trainierte und mit 103,5 Meter für die Tagesbestweite sorgte, will mehr. "Jetzt habe ich die Medaille, von der ich geträumt habe, seit ich acht Jahre alt war. Ich habe keinen Druck, da ist viel möglich." (APA)

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    Mario Stecher schöpfte nach dem Massenstart-Bewerb neue Energie für den Einzel-Bewerb von der Normalschanze.

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