Cuche verhindert ÖSV-Dreifachsieg

21. Februar 2009, 10:42
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Schweizer verweist im Riesentorlauf von Sestriere Görgl, Raich und Baumann auf die Plätze

Sestriere - Didier Cuche hat am Samstag mit dem Erfolg im Weltcup-Riesentorlauf in Sestriere nicht nur ernsthafte Anwartschaft auf die kleine Kugel für den Disziplinweltcup angemeldet, sondern sich auch im Kampf um den Gesamtweltcup zurückgemeldet. Der Schweizer holte sich in souveräner Manier seinen neunten Weltcuperfolg, auf den Plätzen landete mit Stephan Görgl (+0,66), Benjamin Raich (0,89) und Romed Baumann (1,05) ein rot-weiß-rotes Trio.

Raich für Cuche in Reichweite

Der 34-jährige Cuche aus Les Bugnenets (Neuchatel) hat seinen zuvor letzten und einzigen Riesentorlauf 2002 in Adelboden gewonnen. In der aktuellen Riesentorlauf-Wertung hat der Super-G-Weltmeister nun nur noch 12 Punkte Rückstand auf den Branchenleader Raich, zwei Bewerbe stehen noch auf dem Programm.

Im Kampf um die große Kristallkugel ist Raich mit 740 Zählern neuer Zweiter, er hat nur noch 26 Punkte Rückstand auf den Kroaten Ivica Kostelic (766), der über Tagesrang elf nicht hinauskam. Auf den Rängen liegen Jean-Baptiste Grange (FRA/726), Aksel Lund Svindal (NOR/687) und Cuche (629). "Nach Kitzbühel hatte ich den Gesamtweltcup eigentlich schon abgeschrieben, aber jetzt probiere ich den Weg so weiterzufahren", schöpfe Cuche neuen Mut für den Endspurt.

Mit dem Selbstvertrauen der WM gelang Cuche auf dem harten Schnee von Sestriere und vor den Augen von Alberto Tomba - aber tausenden Zuschauen weniger als zur Glanzzeit von "La Bomba" - eine beeindruckende Vorstellung: "Die Ski haben genau das gemacht, was ich wollte. Seit der WM fühle ich mich so locker auf den Ski wie noch nie", erläuterte Cuche, der für den vierten Schweizer Erfolg im sechsten Saisonrennen dieser Disziplin gesorgt hatte. Zweimal hatte Daniel Albrecht gewonnen und einmal Carlo Janka (Ausfall am Samstag), die weiteren beiden Rennen entschied Raich für sich.

Starke ÖSV-Team-Bilanz

Erfreulich war die mannschaftliche Leistung der Österreicher, dazu zählte neben dem Top-Trio auch Platz sechs durch Marcel Hirscher, der auf dem Hang nicht optimal zurechtkam. Raich war nach einem schweren Fehler im ersten Durchgang mit dem Stockerlplatz zufrieden. "Sonst wäre sogar noch etwas mehr drinnen gewesen", meinte der Pitztaler. An die Wertung dürfe man nicht zu viel denken, fügte er hinzu.

Mit Görgl und Baumann klassierten sich zwei Athleten im Spitzenfeld, die nicht für die WM nominiert bzw. im Riesentorlauf nicht berücksichtigt worden waren. "Für mich persönlich ist es eine Riesengenugtuung nach so einer langen harten Zeit. Ich bin so überwältigt und hätte nie gedacht, dass ich jetzt schon so weit bin. Ich wusste, dass ich schnell bin, und habe eine Riesenfreude, dass ich es hier beweisen konnte", erzählte der Steirer Görgl, dem nach seinem ersten Stockerlplatz seit mehr als drei Jahren (Adelboden-RTL 2006) ein "Riesenstein vom Herzen" fiel. Auch Baumann war mit dem "Topresultat super glücklich".

Am Sonntag steht die letzte Kombination der Saison auf dem Programm, das heißt, dass die kleine Kristallkugel vergeben wird. Es führt der Schweizer Silvan Zurbriggen (205) vor seinem Landsmann Janka (182) und Raich (136). Da die abschließende Super-Kombi mit einem Super-G gefahren wird, darf sich auch Raich gute Chancen auf den Tagessieg ausrechnen. "Ich habe sicher meine Chance, aber es wird sehr schwer", weiß Raich.

Am Start ist auch Cuche, der einen neuen Super-G-Ski ausprobiert, möglich, dass er dann auch den Slalom bestreitet. "Aber ich bin seit August nicht mehr auf Slalom-Ski gestanden", gab er zu bedenken. Baumann liegt die Piste, er ist zuversichtlich, dass er vorne mitreden kann, sofern "ich meine Slalom-Ergebnisse vom Training hier runterbringe". (APA)

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    Sauberer Kanteneinsatz des Fleischermeisters Didier Cuche.

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