Staus durch Schneefall und starken Reiseverkehr

21. Februar 2009, 20:04
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Beginn der Ferien in Bayern - Winterdienst der Stadt Wien im Einsatz

Wien - Die Wetterlage und starker Reiseverkehr haben am Samstag ab den Morgenstunden zu Staus in Westösterreich geführt. Die Lage begann sich ab Mittag langsam zu entspannen. Brennpunkt blieb die Inntal Autobahn (A12) in Tirol im Bereich Kufstein, wo es sich am Nachmittag noch 35 Kilometer in Richtung Deutschland staute. In den kommenden Tagen könnten laut Meteorologen in der Steiermark Neuschneerekorde fallen. Die Lawinengefahr stieg.

Tief winterliche Fahrbedingungen

Schneefälle hatten an der Alpennordseite vom Wienerwald bis Vorarlberg abschnittsweise zu tief winterlichen Fahrbedingungen geführt, zahlreiche Bergstraßen waren nur mit Ketten befahrbar. Im Urlauberschichtwechsel wirkte sich vor allem der Beginn der Ferien in Bayern aus.

Als noch nicht rekordverdächtig hat Arnold Studeregger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Graz die Situation nach den vergangenen 24 Stunden eingestuft. Das könnte sich in den kommenden drei Tagen ändern. Die Lawinengefahr verschärfte sich. Die Wettermelder der ZAMG verzeichneten am Samstag 120 Zentimeter Schnee in Bad Aussee (auf 665 Meter Seehöhe). Der Lawinenwarndienst meldete am Hochkar 257 Zentimeter der weißen Pracht - 40 Zentimeter davon Neuschnee. Am Loser auf 1.591 Meter Seehöhe liegen sogar 332 Zentimeter.

Lawinengefahr auch in Tirol

Lawinengefahr herrschte auch in Tirol. Betroffen waren vor allem die Bezirke Kitzbühel und Kufstein im Unterland. Bis Dienstag sei nach 30 Zentimetern Neuschnee verbreitet mit einem Zuwachs von 50 bis 80 Zentimetern zu rechnen. Stellenweise könne aber auch bis zu einem Meter Schnee fallen, hieß es bei der ZAMG in Innsbruck. Der Schwerpunkt der Niederschläge werde im Bereich des Alpenhauptkammes liegen. Zur Vorsicht riet der Tiroler Lawinenwarndienst den Tourengehern.

Im Land Salzburg hat es besonders in den Nordalpen zehn bis 25 Zentimeter Neuschnee gegeben. Die Lawinengefahr war erheblich und stieg weiter an. Der Neuschnee wurde durch Wind stark verfrachtet und sei auf eine ungünstig aufgebaute Altschneedecke gefallen, so der Lawinenwarndienst. In Steilhängen aller Richtungen wäre bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Lawinen möglich. Wegen Lawinengefahr bzw. -absprengung wurden Straßen gesperrt.

Verkehrsbehinderungen

Das Winterwetter hat auch in Niederösterreich für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Im Weinviertel war vor allem im Raum Wolkersdorf mit Verwehungen zu rechnen. Die Autobahnen waren gut befahrbar. In Oberösterreich mussten am Samstag erste Dächer vom schweren Neuschnee freigeschaufelt werden. Besonders betroffen war die Gemeinde Gaflenz im Bezirk Steyr-Land aber auch in einigen Gemeinden im Mühlviertel stand die Feuerwehr im Einsatz.

In Wien waren in der Nacht auf Samstag für den Winterdienst 845 Personen und 390 Fahrzeuge im Einsatz. Das berichtete der Pressedienst der Stadt. Laut Auskunft der Meteorologen wird sich die Situation für die Bundeshauptstadt bis Sonntag wenig verändern. Sonntagnachmittag werden weitere Schneefälle erwartet, die Temperaturen sollten sich kaum über den Gefrierpunkt bewegen.

Aus Vorarlberg wurde auf der Rheintalautobahn (A14) der übliche Samstag-Urlauber-Schichtwechsel-Stau gemeldet. Im Ländle schneite es ganz leicht, was kaum Auswirkungen auf die Straßensituation hatte. (APA)

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    Schneefall und starker Reiseverkehr führten Samstag bereits in den Morgenstunden zu Staus in Westösterreich.

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