Israel fordert sofortiges Handeln gegen Teherans Atompläne

21. Februar 2009, 09:19
24 Postings

Botschafter in den USA reagiert auf jüngsten IAEA-Bericht

Washington/Tel Aviv/Wien - Israels Botschafter in den USA, Sallai Meridor, hat die internationale Gemeinschaft am Freitag zu "sofortigem und ernsthaftem Handeln" gegen das iranische Atomprogramm aufgefordert. Er reagierte damit auf den jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO), wonach der Iran theoretisch über genügend Material zum Bau einer Atombombe verfüge.

"Es ist ein äußert besorgniserregender Bericht", sagte Meridor nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" im US-Sender "Fox News". Mit jedem Tag komme der Iran der Fähigkeit näher, die Atomkraft militärisch nutzen zu können. Die Welt müsse sofort handeln, um zu verhindern, dass dieser "Alptraum" wahr werde, erklärte der Botschafter.

Meridor sagte nicht konkret, welche Schritte die internationale Gemeinschaft setzen solle. Er betonte aber, dass die Sanktionen "bedeutend verschärft" werden sollten. Man stehe an einer "sehr, sehr ernsten und gefährlichen Wegkreuzung" für den Weltfrieden. Sollte der Iran tatsächlich eine Atombombe besitzen, würde dies einen "nuklearen Geist aus der Flasche" lassen, der jede Gesellschaft auf der Welt bedrohe.

Über 1.000 Kilogramm

Laut dem jüngsten IAEA-Bericht hat der Iran bisher 1.010 kg schwach angereichertes Uran produziert. Gegenüber der Atombehörde hatte Teheran die Menge des hergestellten nuklearen Materials um ein Drittel weniger angegeben, als von der IAEA festgestellt wurde. Nach Angaben von IAEA-Vetretern würde die dem Iran zu Verfügung stehende Uran-Menge nach weiteren - allerdings sehr aufwendigen und langwierigen - Anreicherungsschritten ausreichen, um eine Atombombe zu bauen.

Israel, das sich durch die wiederholten feindseligen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad existenziell bedroht sieht, hat erklärt, es werde keinen atomar bewaffneten Iran akzeptieren. Sollte dieses Ziel nicht mit diplomatischen Mitteln erreicht werden können, werde man eine militärische Option nicht ausschließen. Teheran versichert allerdings, sein Atomprogramm diene rein friedlichen Zwecken. (APA)

Share if you care.