Was ein Nashorn nicht alles kann

20. Februar 2009, 20:34
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Sie erwägen, Ihrem Kind ein Haustier zu kaufen? Kann es ruhig ein bisserl größer sein? Shel Silverstein bietet in seinem Buch ein Nashorn an

Sie erwägen, Ihrem Kind ein Haustier zu kaufen? Kann es ruhig auch ein bisserl größer sein? Shel Silverstein bietet in seinem Buch, das nun auf Deutsch neu erschienen ist, eines an. Marktschreierisch geradezu. Wer will ein billiges Nashorn?, fragt er: "Es macht sich gern auch nützlich, in Küche, Keller und Haus." Und listet dann auf, wofür ein Rhinozeros so alles benützt werden kann: "Du kannst es als Kleiderständer verwenden", wird vorgeschlagen. Oder es sei auch "sehr gemütlich, wenn du auf seinem Schoß sitzt".

Umgekehrt gilt das eher weniger. Erwachsenen kann das Tier die Bierdosen öffnen. Na dann! Dem Nashorn, so scheint es, stehen endlose Möglichkeiten offen. Die Übersetzung dieses Buches für Kinder ab dem vierten Lebensjahr stammt übrigens von Harry Rowohlt. Aber viel Text gibt es eigentlich gar nicht. Ein Satz pro Erklärung genügt. Die Szenerie ist - ebenso spartanisch - schwarz gezeichnet.

Gezeigt wird das Wesentliche, es gibt keine Zusatzelemente, der Hintergrund ist schlicht weiß. Mit viel Witz wirbt Silverstein für das Nashorn mit "Plumpsfüßen und Wackelschwanz". Musikkenner könnte der Name Silverstein bekannt vorkommen. Denn der 1999 verstorbene US-Amerikaner hat nicht nur Kinderbücher geschrieben. Er war auch Drehbuchautor, Dichter und Komponist - etwa für Marianne Faithfull. Wer den Text zu Johnny Cashs "A Boy Named Sue" geschrieben hat, kann nur schwer in Ordnung gewesen sein - und sein Buch muss empfohlen werden. (Peter Mayr/DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.2.2009)

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