In die Pedale treten

20. Februar 2009, 19:22
3 Postings

Österreich ist nicht gerade eine Radler-Nation: Nur jeder 20. Verkehrsteilnehmer ist ein Radfahrer - Dennoch passieren bei dem Sport viele Unfälle

Frage: Braucht man zum Radfahren eine Art Führerschein?

Antwort: Erst im Alter von zwölf Jahren darf ein Kind allein im Straßenverkehr mit dem Rad fahren - außer es macht eine Prüfung über Verkehrsregeln: Dann darf es schon mit zehn Jahren auf der Straße in die Pedale treten - und bekommt eine Art Radfahrführerschein. Mit einer Begleitperson, die mindestens 16 Jahre alt ist, dürfen auch Jüngere mit dem Rad unterwegs sein.

Frage: Wie gefährlich ist Radeln im Straßenverkehr?

Antwort: 2007 haben sich laut Kuratorium für Verkehrssicherheit rund 27.500 Menschen beim Radeln verletzt. Mountainbike-Unfälle sind hier noch nicht eingerechnet. Radfahren zählt damit zu den gefährlichsten Sportarten. Nur beim Skifahren und beim Fußballspielen gibt es noch mehr Verletzte.

Frage: Muss man beim Radfahren einen Helm aufsetzen?

Antwort: Einen Fahrradhelm zu tragen ist in Österreich nicht vorgeschrieben. Er wird von Experten empfohlen, weil er vor schweren Kopfverletzungen schützen kann. In acht von zehn würden diese laut Studien nicht passieren, wenn jeder Radfahrer einen Helm auf hätte. Auch helle Kleidung mit Reflektoren erhöhen die Sicherheit, aber auch das ist nicht vorgeschrieben.

Frage: Fahren Österreicher viel mit dem Fahrrad?

Antwort: Nur jeder 20. Verkehrsteilnehmer in Österreich ist ein Radfahrer. Damit liegt das Land international im hintersten Drittel. Es gibt auch zwischen den Bundesländern große Unterschiede: Während jeder Vorarlberger im Durchschnitt 431 Kilometer pro Jahr abstrampelt, radeln Wiener nur 126 Kilometer. Aber die Österreicher als Fahrradmuffel zu bezeichnen wäre auch nicht ganz richtig: Das Lebensministerium hat erhoben, dass 79 Prozent der Österreicher regelmäßig - jeder Zweite sogar täglich oder zumindest mehrmals pro Woche - in die Pedale tritt. Der Drahtesel kommt dabei aber meist in der Freizeit zum Einsatz, nur 16 Prozent radeln zur Arbeit.

Die nächste Ö1-Kinderuni am Sonntag um 17.10 Uhr widmet sich dem Thema "Was können wir von der Französischen Revolution lernen? Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit." Am Samstag im Standard. (Gudrun Springer/DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.2.2009)

der Standard Webtipp:

OE1

Kinderuni

Share if you care.