London und USA einigen sich auf Überstellung von Häftling

20. Februar 2009, 19:19
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"Washington Post": Binyam Mohamed könnte Montag freikommen

London - Die USA haben auf Drängen Londons eingewilligt, den Guantanamo-Häftling Binyam Mohamed nach Großbritannien zu überstellen. Der aus Äthiopien stammende 30-Jährige werde Guantanamo verlassen, sobald alle dafür notwendigen Vorkehrungen getroffen seien, teilte das britische Außenministerium am Freitag mit. Nach Informationen der "Washington Post" könnte Mohamed bereits am Montag anlässlich des Besuchs von US-Justizminister Eric Holder in dem umstrittenen Gefangenenlager auf Kuba freikommen.

Bevor er 2002 in Pakistan festgenommen und 2004 nach Guantanamo gebracht wurde, hatte der 30-jährige Äthiopier als anerkannter Flüchtling in Großbritannien gelebt. London fordert seine Freilassung und seine Rückkehr ins Königreich. Mohamed wurde von den USA beschuldigt, ein El-Kaida-Ausbildungslager in Afghanistan absolviert und geplant zu haben, eine radioaktive Bombe zu bauen. In Guantanamo wurde er nach eigenen Angaben mehr als zweieinhalb Jahre in Isolationshaft gehalten und durfte nicht mit einem Anwalt zu sprechen. Im vergangenen Jahr wurden alle Terrorismus-Vorwürfe gegen ihn fallengelassen, doch blieb er weiterhin in Haft. Am Wochenende hatte eine britische Delegation ihn im Lager besucht und ihm bescheinigt, trotz eines Hungerstreiks reisefähig zu sein.

Mohamed war 1994 im Alter von 16 Jahren als Asylbewerber nach Großbritannien gekommen. Er arbeitete in London als Hausmeister. Nach Drogenproblemen reiste er nach Angaben seiner Verteidiger 2001 nach Pakistan und Afghanistan, um dort seine persönlichen Schwierigkeiten zu bewältigen.

US-Präsident Barack Obama hatte kurz nach seiner Amtseinführung im Jänner die Schließung des Lagers auf Kuba binnen eines Jahres angeordnet. Holder und Experten seines Ministeriums sollen prüfen, was mit den rund 240 noch verbliebenen Gefangenen geschehen soll. (APA/AFP)

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