"Prinz Tadellos" hat ein Problem mit der Steuer

20. Februar 2009, 19:12
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Max Liechtenstein steht im Visier der deutschen Steuerfahnder

Deutsche Steuerfahnder bei einem liechtensteinischen Prinzen - die besten Geschichten schreibt das Leben.

Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein ist Sohn des regierenden Fürsten Hans Adam II. und Fürstin Marie, geborene Gräfin Marie Kinsky von Wchinitz und Tettau. Als Zweitgeborener fungiert er auch als Chef der LGT Group, der Liechtensteinischen Privatbank des Fürstenhauses, die sich auf die diskrete Verwaltung und Vermehrung der Gelder der Reichen und Schönen dieser Welt spezialisierte.

Nicht in dieser Cheffunktion, die der Prinz von München aus durchführte, klopften die deutschen Steuerbehörden bei ihm an. Sondern weil sie seinen Namen auf eben der CD gefunden hatten, auf der auch der ehemalige Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, aufschien. Auf der CD eben - und hier wird die Geschichte skurril - die von einem LGT-Mitarbeiter in heimlicher Arbeit gebrannt worden war. Und die Anfang des Vorjahres für ein (wahrscheinlich: steuerfreies) Handgeld von gut vier Millionen Euro bei den deutschen Steuerbehörden landete.

Auf die Steuer vergessen

Durchlaucht, wie der Prinz in seiner Heimat der Kürze wegen angesprochen wird, soll nach den Angaben auf dieser CD Ausschüttungen und zinsenlose Kredite aus einer Familienstiftung in Anspruch genommen haben. Dies wurde anscheinend vergessen zu versteuern, was in den besten Familien vorkommen soll.

"Prinz Tadellos", wie ihn die Presse bis vor kurzem nannte, ist betroffen. Schließlich sei er seiner Steuerpflicht in Deutschland "stets nach bestem Wissen und Gewissen nachgekommen", steht auf der Homepage der LGT Group. Etwas verärgert ist Prinz Max, der einem der reichsten Adelsgeschlechter Europas angehört, auch: Er bezahle "Steuern in beträchtlichem Ausmaß".

Der 40-Jährige hat es zusammen mit seiner Frau Angela Brown, einer Modedesignerin, und dem achtjährigen Sohn Alfons Constantin Maria bisher vorgezogen, außerhalb von Liechtenstein zu leben. Er studierte an der European Business School im Rheingau, arbei-tete bei JP Morgan in New York und nach einer Zwischenstation bei der skandinavischen Beteiligungsgesellschaft Industri Kapital wieder für JP Morgan in Deutschland. Der exzellente Skifahrer soll umgänglicher sein als sein älterer Bruder, Erbprinz Alois. Dieser hatte dem deutschen Staat wütend "Hehlerei in großem Stil" vorgeworfen, als der begann, gegen die fast 800 Kunden der LGT zu ermitteln, die auf der Daten-CD draufstehen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.2.2009)

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