Bergauf und bergab

20. Februar 2009, 18:51
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Der Dreier, ein Spaziergang und das Hilfsgebirge

Langsam, ganz langsam kündigt sich Besserung an. Freitagmittag hat es, lokal begrenzt, in Liberec nicht geschneit. Für drei Minuten. Also ist dem Trainer der tschechischen Kombinierer schlicht nicht zu trauen, der, nach seiner Prognose befragt, gen Himmel geblickt und geseufzt hatte: "Schneefall bis Ende Februar. Dafür wird es ein bisschen kälter."

Katerina Neumannova, die OK-Chefin, lobt die weiße Pracht, so lange sie fällt. Und die Fans fahren in überschaubaren Haufen zum Jested hinauf, um Skispringerinnen und -springer zu sehen.

Das ist nicht weiter schwer. Einfach die Bim nehmen, den Dreier im Zentrum von Liberec. Der fährt, während der WM gratis, bis fast an die Schanzen. Nach der Endstation ist nur noch kaum einstündiges Stapfen bergauf gefordert. Nach einem knappen Dreiviertelstündchen schon verlässt man den Wald und wird eines Gebirges aus Aluminium gewahr.

Gedankt muss es einem mächtigen staatlichen Hilfsprogramm zur Rettung der tschechischen Tribünen- und Gerüstbauindustrie sein. Beim Erklimmen des Gebirges freut man sich schon wieder auf den Abstieg über die steilen, kaum vom Schnee zu befreienden Stufen. Aber gemach, gemach, der Dreier wartet. Und bergab, das weiß Sportler wie Zuseher, geht es manchmal schnell. (DER STANDARD, Printausgabe, Samstag, 21. Februar 2009, lü)

 

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