Ein Preis für harterrungenen Erfolg

20. Februar 2009, 18:56
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Am 7. März wird der MIA-Award als Auszeichnung für herausragende Leistungen von Einwanderinnen zum zweiten Mal verliehen: Für Initiatorin Christine Marek ein wichtiges Signal

Frauen, meint Christine Marek, hätten vielfach immer noch ein lockeres Verhältnis zu Ruhm und Ehre. "Wäre der MIA-Award ein Männerpreis, wäre der Ansturm an Bewerbern immens", ist die ÖVP-Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend überzeugt - und zieht als Vergleich ihre "bisherigen Erfahrungen in meinem Amt" bei der Verleihung von Orden heran.

Für den MIA-Award hingegen, der von einem überparteilichen Verein als Preis für Migrantinnen mit besonderen beruflichen Leistungen oder besonders beeindruckendem persönlichen Werdegang heuer zum zweiten Mal verliehen wird, habe es "vieler Kandidatenvorschläge durch Paten bedurft".

Dabei könne die Biografie so mancher Bewerberin nur als "sensationelle Erfolgsstory" bezeichnet werden, meint Marek. Etwa wenn - wie im Fall der in Chile geborenen Aida Bohrn - der Übersiedlung nach Österreich eine Flucht vor politischer Verfolgung zugrunde liege. Oder wenn - wie gleich bei einer ganzen Reihe von Bewerberinnen - die lange Liste der im Lebenslauf erwähnten berufsfremden Jobs die komplizierten Umwege hin zum letztendlichen Erfolg darstellen.

MIA-Gala vor dem Frauentag

Wer die in Kooperation mit dem Standard vergebenen, diesjährigen MIA-Awards gewinnt, wird bis zur feierlichen Verleihung im Rahmen einer Gala am Sonntag, dem 7. März - dem Tag vor dem Internationalen Frauentag -, im Studio 44 der österreichischen Lotterien geheimgehalten. Die Jury hat bereits Ende Jänner getagt und für jede der fünf Einreichungskategorien drei Nominierte bestimmt (siehe Namensleiste links). Darunter befindet sich auch so manche Prominente - etwa in der Kategorie Sport.

Am Tag vor dem Frauentag winken den fünf Gewinnerinnen, neben viel öffentlicher Aufmerksamkeit, Sachpreise wie Reisegutscheine und Einladungen zu Skiwochenenden. Jeder der Ausgezeichneten wird eine Trophäe in Form eines kleinen Gemäldes der taiwanisch-österreichischen Malerin Mei-Fang Hsieh überreicht. Auch ein Sonderpreis für eine Journalistin mit Migrationshintergrund wird an diesem Abend vergeben.

Im vergangenen Jahr waren die australische Umwelttechnologin Gabrielle Costigan, die iranische Raumplanerin Asadi Shams, die Kameruner Soziologin Beatrice Achaleke, die indische Pianistin Marialena Fernandes und die Eisschnellläuferin Emese Dörfler-Antal ausgezeichnet worden, die allesamt in Österreich leben oder hier schon eingebürgert sind. Sowohl die Gewinnerinnen als auch die Nominierten des MIA-Awards 2008 konnten sich seither weiter profilieren: Achaleke, die als Bundes-Integrationssprecherin bei den Grünen kandidierte, sowie die in der vorjährigen MIA-Kategorie Wissenschaft und Forschung angetretene brasilianisch-österreichische Mikrobiologin Fatima Ferreira, die im Jänner 2009 zur Wissenschafterin des Jahres gekürt worden ist.

Gefragte Einwanderinnen

Im heurigen, von der sich ausweitenden Finanz- und Wirtschaftskrise geprägten Jahr 2009 komme dem MIA-Award eine besondere Signalwirkung zu, meint Marek, die ursprünglich die Idee für eine solche Auszeichnung hatte: "Die Wirtschaft braucht qualifizierte Arbeitskräfte, also auch qualifizierte Einwanderinnen."

Darauf hinzuweisen sei angesichts der zunehmenden Arbeitsplatzängste unter angestammten Österreichern derzeit weit schwieriger als noch vor einem Jahr, meint die Politikerin. Sie setzt hier Hoffnungen in die Rot-Weiß-Rot-Card für qualifizierte MigrantInnen. (Irene Brickner, DER STANDARD, Print, 21.2./22.2.2009)

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    Christine Marek: Die Biografie so mancher Bewerberin könne nur als "sensationelle Erfolgsstory" bezeichnet werden. 

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