SPÖ klar vorn

20. Februar 2009, 17:58
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Bisher schwache Werte für FPÖ und BZÖ - mit Grafik

Salzburg/Linz - Wer wird die Salzburger Landtagswahlen am kommenden Sonntag gewinnen? Das Linzer market-Institut stellte für die Wahlumfrage des Standard nicht nur die klassische Sonntagsfrage, sondern auch jene nach den für wahrscheinlich gehaltenen Ergebnissen dieser Wahl.

Dabei zeigt sich, dass die SPÖ in allen Fragestellungen die Nase vorn hat. 68 Prozent ist Wahlwerbung der SPÖ aufgefallen - von der ÖVP nur 55 Prozent. Und in der Detailanalyse zeigt sich, dass die erklärten ÖVP-Wähler die Präsenz der SPÖ sogar stärker spüren als die erklärten SPÖ-Wähler. Die ÖVP-Werbung fällt beiden Gruppen deutlich weniger auf. 25 Prozent der Befragten ist eine Wahlwerbung der Freiheitlichen aufgefallen, 16 Prozent eine des BZÖ und 14 Prozent eine der Grünen.

"Aufmerksamkeit schafft Sympathie und Sympathie schafft Kaufbereitschaft" , vergleicht market-Chef Werner Beutelmeyer die Wahlwerbung mit klassischer Werbung. Und belegt das mit anderen Erwartungen, die in der Wahlumfrage geäußert werden.

Da geht es etwa darum, welche Partei die Anliegen der Salzburger besonders gut anspricht. Die Grafik rechts zeigt: Die SPÖ tut das nach Einschätzung der Salzburger fast dreimal so gut wie die ÖVP. Rund drei Viertel der SPÖ-Wähler sind überzeugt, dass ihre Partei die Wähler anspricht - aber nicht einmal jeder zweite ÖVP-Anhänger sagt das von seiner eigenen Partei.

Eine weitere Gruppe von Fragen widmete sich den Spitzenkandidaten: 21 Prozent meinen, im Wahlkampf wäre die Stimmung für Landeshauptfrau Gabi Burgstaller "viel besser" geworden (nur zwei Prozent meinen, sie sei "viel schlechter" , der Rest findet sich überwiegend im positiven Bereich der mittleren Abstufungen). Für VP-Obmann Wilfried Haslauer lautet das Verhältnis 8:3, für den Grünen Cyriak Schweighofer 3:13, für FPÖ-Frontmann Karl Schnell 2:9 und für den BZÖ-Spitzenmann Markus Fauland ebenfalls 2:9.

Und was sagt die Hochrechnung? In der klassischen Sonntagsfrage ergibt die Hochrechnung der deklarierten Parteipräferenzen 43 Prozent für die SPÖ (im Jahr 2004 erreichte sie 45,4 Prozent), 39 Prozent für die ÖVP (die sich damit gegenüber den 37,9 Prozent aus der vorigen Wahl leicht verbessern würde) und neun Prozent für die FPÖ - diese würde damit jetzt kaum besser dastehen als zur Zeit ihrer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene (da erreichte sie 8,7 Prozent). Die Grünen wären mit sieben Prozent um einen Prozentpunkt hinter dem letzten Ergebnis, das BZÖ bliebe mit zwei Prozent bedeutungslos.

Die niedrige Prognose für die Salzburger FPÖ steht im Gegensatz dazu, dass es im Bundesland eine starke protestantisch-nationale Basis gibt: Das Potenzial der Freiheitlichen liegt hier bei 20 Prozent - und 55 Prozent der Salzburger erwarten von der Wahl, dass "die Freiheitliche Partei unter H.-C. Strache auch in Salzburg eine politische Verankerung findet" . Nur 21 Prozent erwarten das vom BZÖ.

Und noch eine Erwartung erscheint Beutelmeyer bemerkenswert: "Nur jeder fünfte Befragte erwartet in irgendeiner Form eine Denkzettelwahl für die Bundes-Koalition, hier geht es vor allem um eine regionale Entscheidung." (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 21.2.2009)

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