Elsner bot Bawag Geld und Penthouse

20. Februar 2009, 17:51
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Der Ex-Bawag-Chef und seine Frau Ruth unternahmen laut Anwalt Schubert den "Versuch einer Annäherung"

Wien - Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner, nicht rechtskräftig zu 9,5 Jahren Haft verurteilt und seit zwei Jahren in Untersuchungshaft, hat einen Anlauf genommen, sein Verhältnis zur Bawag zu klären. Der Ex-Banker und seine Frau Ruth, der das Penthouse in der Tuchlauben gehört, haben versucht, allfällige zivilrechtliche Ansprüche der Bawag samt Penthouse-Causa aus der Welt zu schaffen.

"Versuch einer Annäherung"

Die Bawag fordert die 277-Quadratmeter-Wohnung samt Terrassen und Pool zurück, die Ruth Elsner 2005 um 474.000 Euro von der Bank gekauft hat. Der Kauf sei nichtig, die Immobilie laut Steuerbescheid 3,5 Mio. Euro wert, argumentiert die Bank. Die Sache liegt beim Oberlandesgericht.

Der Deal, den Elsners Anwalt Wolfgang Schubert der Bawag unterbreitet hat: Elsners geben "die Wohnung im vierten Stock" (R. Elsner) zurück und steuern Bares bei; unbestätigten Gerüchten zufolge um die 200.000 Euro. Bleibe und Bares sollten sämtliche zivilrechtlichen Ansprüche der Bank gegen Elsner abgelten. Die Bawag hat das Angebot allerdings vom Tisch gewischt - und zwar per zweizeiligen Absagebrief. Anwalt Schubert sagt zu all dem nur so viel: "Der Versuch einer Annäherung hat kein konkretes Ergebnis gebracht."

Vom Tisch gewischt

In der Bawag spricht man hinter vorgehaltener Hand von einem "Angebot, das nicht einmal eine Diskussionsgrundlage war" und von einer "Geldsumme, die nicht einmal symbolisch zu nennen ist". Immerhin habe man zwei mal zehn Mio. Euro Schadenersatz eingeklagt, wobei alle Verfahren ruhen und vor Rechtskraft des Strafurteils auch nicht fortgesetzt werden.

Gespräche haben übrigens so gut wie alle im Strafprozess verurteilten Ex-Banker geführt; am weitesten sind jene mit Ex-Bawag-Chef Johann Zwettler gediehen. Laut Bankern würde man einen Vergleich aber nur annehmen, "wenn er alles abdeckt und widerspiegelt, dass der Betroffene alle Anstrengungen unternommen hat, um Schaden wiedergutzumachen". (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.2.2009)

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