Faszination Wimmerl

20. Februar 2009, 17:39
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Die Opernballübertragung am neuen Großbildfernseher brachte erstaunliche Erkenntnisse über Wimmerln, Make up und Paste

Die Opernballübertragung am neuen Großbildfernseher brachte erstaunliche Erkenntnisse. Die bessere Bildauflösung verschaffte Einblicke, die der alte Pimperlfernseher vorher versteckte. So lässt sich zum Beispiel sagen, dass Make up nicht nur fürs Gesicht, sondern auch für schmale Hälse kein Fehler wäre, man dafür umgekehrt bei manch einem Moderator durchaus etwas Paste weglassen hätte können. Mehr Sorgfalt hätte zum Beispiel Alfons Haider einfordern müssen: Das Pflaster am Hals zum Fixieren und Verbergen des Mikrokabels schaute komisch aus.

Den ganzen Abend kam man aus dem Staunen nicht heraus: Die Kommentare wechselten zwischen: "Wie schaut‘n die aus?" und "Na, der schaut aus!" Herrlich!
Die Faszination über die Wimmerl von Ballgästen und Moderatoren waren dann aber auch schon das Spannendste an dem Abend. Umgekehrt: Was hatten wir erwartet? Viele andere stellten sich die Frage erst gar nicht. Ihnen war der Opernball von Anfang an egal. 1,3 Millionen Zuschauer (54 Prozent Marktanteil) bei der Eröffnung bedeuten nach dem letzten Jahr einen weiteren historischen Tiefpunkt für die Übertragung im ORF. 2008 schauten 1,5 Millionen, in seiner besten Zeit kam der Staatsopern-Fasching auf mehr als zwei Millionen.

Woran das schrumpfende Interesse liegt? Vielleicht an der Penetranz der Vorberichterstattung, der sich nicht nur der Boulevard hingab, sondern auch der ORF selbst. Die Zaungäste zeigten offenbar Sättigungserscheinungen. Nach tagelangem Wiederkäuen, wie schön, gut und wichtig dieser Ball nicht sei, war das auch wirklich allerhöchste Zeit. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.2.2009)

Zum Thema
derStandard.at/Panorama zum Opernball - Mit Ansichtssache, Reportage, Cremers Photoblog usw...

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    Fiona und ihr Karl-Heinz.

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