Frohbotschaft für Wiens Hockey

20. Februar 2009, 14:52
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Schultz-Halle soll zu einem Eishockey-Zentrum mutieren - Halle wird auf 7.000 Plätze erweitert - Videowürfel kommt nicht - Präsident Schmid bleibt

Wien - Die Albert Schultz-Halle in Wien-Kagran - Heimat der Vienna Capitals - wird ausgebaut und zu einem Eishockey-Zentrum erweitert. Das hat Bürgermeister Michael Häupl am Freitag mittels Aussendung mitgeteilt. Capitals-Präsident Hans Schmid zeigte sich über die Entscheidung erfreut und bleibt dem Verein vorerst erhalten.

Zumindest eine weitere Saison mit Schmid

Er werde zumindest noch in der nächsten Saison im Amt bleiben, erklärte Schmid in einer Pressekonferenz. Mit der heutigen Entscheidung erfüllt die Stadt jedenfalls den Wunsch der Capitals: Denn Schmit hat laut eigenen Angaben in einem Gespräch mit dem Bürgermeister die Empfehlung nach einem Ausbau der Halle abgegeben.

"Spitzeneishockey kann und darf nicht ohne Wiener Beteiligung stattfinden. Die Vienna Capitals und vor allem das eishockeybegeisterte Publikum liegen mir am Herzen und daher ist es sehr zu begrüßen, dass gemeinsam mit Präsident Hans Schmid hier eine Lösung für die Erweiterung der Albert-Schultz-Halle gefunden wurde", betonte Häupl in seiner Aussendung. Die Verkündung der Entscheidung kam unmittelbar nach der Pressekonferenz, zu der Capitals-Präsident Schmid heute geladen hatte.

Die Halle wird von rund 4.500 auf 7.000 Plätze erweitert. Auch neue Garagenplätze und VIP-Logen sollen entstehen. Der dritte dort bestehende Platz wird überdacht. Die Capitals hatten stets betont, dass dies für die Trainings- und Nachwuchsarbeit nötig sei. Aber nicht nur der Spitzensport soll profitieren. Laut Rathaus wird der Publikumsbetrieb für Schulen und Kindergärten weiter möglich sein.

Capitals-Oberhaupt Schmid begründete, warum er sich in den Gesprächen mit der Stadt für den Ausbau der Heimstätte - und nicht für die Errichtung einer neuen Mehrzweckhalle - ausgesprochen hat: "Wir haben erklärt, dass wir die Schultz-Halle präferieren, weil dort ein modernes Eishockey-Zentrum entstehen wird." Eine größere Halle hätte sich der Club mit anderen Veranstaltern bzw. Sportarten teilen müssen. Dies wäre mit umständlichen Terminplanungen verbunden gewesen.

Video-Walls statt Videowürfel

Die Vienna Capitals gehen davon aus, dass der Betrieb trotz des geplanten Umbaus im Großen und Ganzen normal weitergehen wird. Laut Schmid könnten die Arbeiten bereits im Frühjahr oder Sommer beginnen. Die endgültige Fertigstellung ist für die Saison 2010/2011 anvisiert. Dann könnte die Halle bereits vollständig modernisiert sein. Einzig den zuletzt ebenfalls angedachten großen Videowürfel unter dem Dach in der Mitte der Halle wird es nicht geben. Stattdessen sollen Video-Walls kommen.

Seine persönliche Zukunft sieht Schmid zumindest noch eine Zeit lang bei den Capitals: "Ich stehe sicher noch in der kommenden Saison zur Verfügung." Er machte jedoch kein Hehl aus dem Umstand, dass er zuletzt einen Rücktritt erwogen habe. Die Entscheidung für den Hallen-Ausbau sei jedoch einer der Gründe, warum er dieser nun doch nicht komme.

Gaudet bleibt

Das unterscheidet Schmid von seinem Noch-Vizepräsidenten Martin Platzer. Er wird, wie er am Freitag erneut betonte, mit Ende der Saison aus dem Amt scheiden. Platzer zeigte sich zwar ebenfalls über die "tolle Reaktion" der Stadt erfreut. Er sehe aber nach wie vor "Missstände" in der Liga bzw. im Verband - etwa, dass mehr als die Hälfte der Einnahmen in die Administration fließe. Bei den Capitals, so berichtete er, würden unterdessen derzeit die Kaderplanungen für die kommende Saison getroffen.  Trainer Kevin Gaudet hat seinen Vertrag verlängert und bleibt auch die kommenden zwei Jahre in Wien. Ebenfalls verlängert haben Peter Casparsson, Dan Bjornlie, Patrick Lebeau, Sean Selmser und Benoit Gratton.

Erfreulich sind, so wurde betont, auch zahlreiche Vertragsverlängerungen mit jungen Spielern. So werden auch in der kommenden Saison Tino Anton Teppert, Christian Dolezal, Peter Schweda, Rudolf Hummel und Gerald Lederer das Dress der Vienna Capitals tragen. Mit Rafael Rotter ist man sich dem Vernehmen nach so gut wie einig. (APA)

 

  • Ein Blick in die Albert Schultz-Halle.
    foto: standard/corn

    Ein Blick in die Albert Schultz-Halle.

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