"Keine billigere Alternative zu Lufthansa-Deal"

20. Februar 2009, 14:36
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Malanik rechnet mit Okay für Schuldennachlass aus Brüssel - Stand-alone oder Abwicklung der AUA würde mehr kosten als 500-Millionen-Mitgift

Wien - Die beiden Vorstände der AUA, Peter Malanik und Andreas Bierwirth, sind zuversichtlich, dass die EU-Kommission die "Mitgift" von 500 Mio. Euro an die Lufthansa für die Übernahme der AUA freigeben wird. Es gebe mehrere Beispiele, in denen ein "negativer Kaufpreis" auch für private Eigentümer von Fluglinien die vernünftigste Lösung gewesen sei, sagte Malanik am Donnerstagabend vor Journalisten in Wien. Die Alternativen zu einem Verkauf der AUA an die Lufthansa - eine Stand-alone-Variante oder Zusperren - wären jedenfalls teurer für die Republik als 500 Millionen Euro, sagte Malanik.

Die EU-Kommission hat vor gut einer Woche ernste Bedenken geäußert, dass der geplante Schuldennachlass, den die Republik Österreich der AUA im Zuge der Lufthansa-Übernahme gewähren will, eine unzulässige Beihilfe darstellen könnte, weil ein privater Investor solche Bedingungen nicht akzeptieren würde. Malanik hält es dennoch für "gar nicht unwahrscheinlich", dass die EU-Kommission sich letztlich der Argumentation Österreichs anschließen wird. Danach sind die 500 Mio. Euro keine Beihilfe, sondern die billigste Alternative. Eine Alleingang wäre "im derzeitigen Zustand der AUA nicht denkbar" sondern nur mit einer "Redimensionierung des Unternehmens - und die kostet", sagte der AUA-Vorstand. Auch die "rein theoretische Alternative" einer Abwicklung der AUA, wäre deutlich teurer als der Verkauf.

Die Anmeldung des Zusammenschlusses zwischen AUA und Lufthansa könnte in den nächsten zwei bis drei Wochen kommen, schätzt AUA-Vorstand Malanik. Noch sei die Lufthansa in Vorgesprächen mit der EU-Kommission, mit dem Ziel in dieser Phase so viele Fragen wie möglich auszuräumen bzw. dann in der Anmeldung so gut zu argumentieren, dass eine Entscheidung bereits in der ersten Phase möglich sei.

Die Lufthansa zahlt laut Vertrag rund 366.000 Euro für den Anteil der ÖIAG an der AUA bzw. 162 Mio. Euro (sollte sich die Situation der AUA deutlich verbessern) und hat den Kleinaktionären 4,49 Euro je Aktie, in Summe rund 230 Mio. Euro, geboten. Im Gegenzug räumt Republik der AUA einen Schuldennachlass von 500 Mio. Euro ein. Ein erster Notkredit von 200 Mio. Euro zur Schuldentilgung wurde bereits gewährt. (APA)

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