Manager auf Jobsuche

"Wildwuchs fällt aus dem Markt"

20. Februar 2009, 17:17
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    foto: reuters/kim kyung-hoon

    Bei den Headhuntern beginnen sich die Initiativ-Bewerbungen aus den Reihen der Manager zu stapeln, Auslandsbanker suchen scharenweise Jobs. Unter den Personalberatern selbst - traditionell auch ihre eigenen Zahlen betreffend eine sehr diskrete Branche - steht offenbar ein großer Bereinigungsprozess bevor.

Headhunter sind sehr konjunktursensitiv, spüren die Rezession unmittelbar - Wie geht es der Branche und wie schaut die Landkarte für Managementpositionen aus?

Österreichs Wirtschaft schrumpft. Werkschließungen, 28.000 in Kurzarbeit, Angst vor der Rezession in Osteuropa, all das dominiert die Schlagzeilen. Zigtausende Banker ("Bankster" werden sie in Deutschland genannt) stehen in Österreich im Gegensatz zu London oder New York, auch Frankfurt, nicht auf der Straße. Leute im Strukturvertrieb (etwa AWD) haben zwar ein massives Problem, im bankennahen Bereich wird aber eher umgebaut, funktionale Mobilität intensiviert.

Hinter den Kulissen bahnt sich aber ein größerer Umbruch in der heimischen Wirtschaftsstruktur an. "Wir werden massiv regionale Headquarter verlieren, wir werden einen starken Abgang regionaler Osteuropa-Zentralen sehen", erwartet Christoph la Garde, Berater beim börsennotierten Headhunter Korn Ferry in Wien. Standortnachteile, etwa steuerlicher Natur, würden nun schlagend, "es geht nicht mehr um den Wohlfühlfaktor, sondern um die Kosten".

Gestrichene "Köpfe"

Eigenständige Länderorganisationen stünden auf dem Prüfstand, Konzerne würden derzeit "auf der Landkarte Headcounts streichen", so la Garde. Starke Einschnitte sieht er bereits in den Service-Funktionen (Marketing, Kommunikation, Office-Bereiche). So wie andere Executive-Searcher auch berichtet er bereits von "sehr vielen Initiativbewerbungen im Managementbereich".

Immer mehr Manager seien seit Herbst 2008 auf Jobsuche - auch eine Folge des Tauschens in den Führungsetagen und der Reduktion der Hierarchien in den Organisationen. Es stapeln sich derzeit, berichten Branchenvertreter, auch die Lebensläufe von Expatriates - stark aus dem Bereich Mergers & Acquisitions - die, im Ausland abgebaut, nun in Österreich auf der Suche sind. Dieser Trend werde sich verstärken, so la Garde, um Marktbereinigungen im Dienstleistungsbereich, um Osteuropa-Exportfunktionen rund um den Bereich Immobilien.

Billiganbieter

Das spüren die angeschlossenen Dienstleister stark, Anwälte, Agenturen, Personalberater. "Der Kuchen wird kleiner", sagt Peter Eblinger (Eblinger & Partner), der als "Statistiker der Branche" die Stellenmärkte immer in Beobachtung hat. In den vergangenen vier Jahren der Hochkonjunktur hätten rund 100 neue Personalberatungen aufgesperrt, oft Ein-Personen-Unternehmen. "Viele davon haben nur als Billiganbieter, mit Arbeit auf Erfolgsbasis, ihre Überlebenschance gesehen. Dies sehr zum Unmut der rund zwei Dutzend Etablierten.

Grob gerechnet dürfte die Branche seit Herbst rund 40 Prozent Volumen verloren haben - größere Verlierer und größere Gewinner eingeschlossen. Letztere sieht Eblinger freudig in den Qualitätsanbietern, die entsprechenden Aufwand treiben und eben - beraten: „Das ist eine Riesenchance, Wildwuchs fällt aus dem Markt." "Rund die Hälfte der Personalberater", betrachtet la Garde die Branche quantitativ, werde es in Österreich bald nicht mehr geben. Bezüglich Branchenschau und Managementpositionen sind sich die beiden einig: "Gute Qualität bleibt im höchsten Maße gefragt - das ist krisen- und zyklusunabhängig", so la Garde. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.2.2009)

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01

Tipp an alle Jugendliche:

1) Schule abbrechen!!
2) In der gleichen Firma bleiben und nie wechseln
3) ja nicht weiterentwickeln (weil sonst überqualifiziert)
4) Prokura annehmen (geht in kleinen Firmen wunderbar)
5) in 10 Jahren mehr verdienen als alle jene, die etwas Leisten wollen

So läuft das heute....

Martina Krichmayr
04
25.2.2009, 09:26
Expats

Auslandserfahrung ist in Österreich generell ein Minus. Da kommt jemand zurück und will sich wieder im Betrieb einnisten und vielleicht noch eine Führungsposition mit guter Bezahlung? Da könnte mir ja was weggenommen werden (österreichische Neidgesellschaft).Was will die, wenn der Job eh so toll war, warum ist sie nicht dort geblieben?

Qualifikation spielt in Österreich keine Rolle. Ohne Vitamin B geht gar nichts. „Zuerst musst du mal reinkommen.....“ ist die Weisheit an sich. Wohin reinkommen? Warum reinkommen und sich nicht einfach bewerben mit anschließendem Interview? So wie überall sonst auch? Warum ist alles hier so seltsam?

ashley u.
00
19.6.2009, 20:56

..weil die Unfähigen sonst keinen Job hätten?
Und...die "eigenen" Leute decken die eigenen Schwächen.
Völlig legitim, progressiv ist was anderes.

Post(er)
01

weil die Leute, die es nicht seltsam haben wollen, das Land verlassen.... zumindest bis zur Pension.

Cosmic Slop
 
02
22.2.2009, 21:30
Die Karriere-Rubrik im Standard ist so ekelhaft abgehoben das man kotzen möchte

Queen of Sheba
 
02
21.2.2009, 15:12
Wer Headhunter beschäftigt, wird Kopfschüssler ernten.

Management Quatscher
08
20.2.2009, 18:56

Unnötige Branche auch die "Etablierten".

Wird Zeit, dass die allesamt über den Jordan gehen.

yomellamo
05
21.2.2009, 11:07

... wir lassen prinzipiell nur leute über den jordan gehen die von headhuntern dafür in einem assessment-verfahren als qualifiziert angesehen und daher selektiert wurden.

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