Muzicant für einheitliche Ausbildung

20. Februar 2009, 14:13
12 Postings

Kultusgemeinde will klare Standards bei den Pädagogen - Fundamentalismus sei überall möglich: "Man möge nicht so tun, als seien es nur die Moslems"

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien wünscht sich für alle Religionslehrer das gleiche Ausbildungsniveau. Die von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) beschlossenen Maßnahmen für Islam-Lehrer befürwortet IKG-Präsident Ariel Muzicant zwar, "aber wir wollen einen viel weiteren Schritt". Langfristig müsse es für alle Religionsgemeinschaften Mindeststandards in der Ausbildung geben. "Man möge nicht so tun, als ob es nur die Moslems seien", sagt Muzicant, vielmehr seien fundamentalistische Auslegungen in allen Religionsgemeinschaften möglich und müssten verhindert werden.

"Österreichischen Normen genügen"

Muzicant möchte die Diskussion nicht an der deutschen Sprache aufhängen. Die Schriften des Islam und den Judentums seien nun einmal auf Arabisch und Hebräisch verfasst. Deutschkenntnisse seien zwar unbedingt notwendig, als genauso wichtig befindet der IKG-Vorsitzende aber auch die Befürwortung von Demokratie und österreichischen Werten. "Wir importieren genauso wie andere Religionsgesellschaften die Lehrer aus dem Ausland", gibt er ein Nachwuchsproblem zu. Darum müsse die Ausbildung auch nicht zwingend in Österreich stattfinden. Aber: "Am Ende muss ein Religionslehrer den österreichischen Normen genügen."(kap, derStandard.at, 20. 2. 2009)

 

Share if you care.