Kapfenberger SV will nicht verschlafen

20. Februar 2009, 13:45
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Trainer Gregoritsch: "Polster weiterbehalten" - Gegner Austria Kärnten hofft noch auf Platz vier

Kapfenberg - Aufsteiger Kapfenberg will den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga mit einem ganz und gar nicht verschlafenen Frühjahresstart so weit wie nur möglich hinter sich lassen. Mit dem ersten Heimauftritt im neuen Jahr gegen Tabellenmittelständler Austria Kärnten soll am Samstag (18.00 Uhr/live Premiere) der erste Schritt erfolgen - auch wenn die Klagenfurter nicht als Lieblingsgegner der Obersteirer gelten. Die Kärntner hingegen wollen trotz einer alles andere als optimalen Wintervorbereitung noch einmal attackieren und Platz vier in Angriff nehmen.

Fünf Zähler Vorsprung auf das Nachzügler-Duo Altach und Mattersburg lassen die achtplatzierten Kapfenberger berechtigterweise noch skeptisch auf die Tabelle blicken. Geht es nach dem Geschmack von Werner Gregoritsch, sollen sich die Sorgenfalten in den anstehenden 14 Liga-Partien so schnell wie möglich verflüchtigen. "In erster Linie geht es darum, den Polster weiterzubehalten", meinte der Kapfenberger Coach. "Je mehr wir punkten, umso beruhigter kann man spielen. Wir wollen jedenfalls so schnell wie möglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben."

In den Wintertests ließen die "Falken" jedenfalls aufhorchen, bis auf ein 1:2 gegen Leoben tankten die Kapfenberger bei acht Siegen in neun Spielen Selbstvertrauen. Vor allem der vom krisengeschüttelte DSV geholte Stürmer Srdjan Pavlov überzeugte mit sieben Treffern. "Man sollte das nicht überbewerten, aber die Vorbereitung hat uns Selbstbewusstsein gegeben", meinte Gregoritsch, der auch den ausgeglichenen Kader ("Wenn jemand ausfällt, dann können wir das nachbesetzen") als Pluspunkt in den anstehenden Aufgaben hervorstreichen wollte.

Vier von fünf Saisonsiegen fuhren die Kapfenberger vor eigenem Publikum ein, trotzdem gehen die Hausherren mit gewisser Vorsicht in die Partie. Kärnten hat beide Saisonduelle (6:0, 2:0) ohne Gegentreffer für sich entschieden. "In Wahrheit sind wir der Lieblingsgegner von Kärnten. Man könnte sagen, das ist nicht ein Gegner, der uns liegt", erklärte Gregoritsch, der aufgrund der Wetterlage noch um die Partie bangt. Obwohl Stadionwart Wolfgang Haas am Vortag noch vom "ausgezeichneten Zustand" im Franz-Fekete-Stadion geschwärmt hatte, blieb Gregoritsch Freitagmittag skeptisch. "Wenn es jetzt zu schneien beginnt, dann wird es gefährlich. Aber wir wollen unbedingt spielen, das ist klar."

Die im sportlichen Niemandsland rangierenden Kärntner können in puncto Wetterkapriolen ebenfalls ein trauriges Lied anstimmen. Der Tabellenfünfte reiste unter der Woche sogar für vier Trainingseinheiten nach Graz, um sich auf dem in der Vorbereitung wenig gesehenen Naturrasen auf die Partie in der Obersteiermark einzustimmen. Trotz einer alles andere als optimalen Vorbereitung, in der auch Lizenzsorgen für Unruhe sorgten, sowie der Abgänge der Leistungsträger Adi und Wolf hat Trainer Frenkie Schinkels das Frühjahr noch nicht abgeschrieben.

"Ich bin es gewohnt, mir Ziele zu setzen. Wenn ich als Austria Kärnten herumwürstel, ist das zu wenig. Ich will tollen Fußball sehen, mit dem Ziel, Platz vier anzugreifen", meinte Schinkels. Ob dieses "legitime Ziel" realistisch sei, würden die ersten drei bis fünf Runden zeigen. Sollte sich jedoch abgezeichnen, dass "Ziel eins" außer Reichweite stehe, würde Plan B in Kraft treten. "Dann muss ich auf kommende Saison schauen und auf Spieler, die dann nicht mehr bei uns sind, verzichten." Dies könnte unter anderem Nachwuchsteamspieler Haris Bukva treffen, der im Sommer zu Sturm wechselt.

In personeller Hinsicht kann Schinkels in Kapfenberg bis auf den gesperrten Verteidiger Manuel Ortlechner aus dem Vollen schöpfen. "Ich habe ein Luxusproblem. Ich werde ein paar Jungs leider sagen müssen, dass sie nicht dabei sind", erklärte Schinkels. Von den beiden Zugängen Marc Sand und Modou Jagne besitzt der Ex-Altacher wohl die besseren Karten, auch am Samstag zum Einsatz zu kommen. Mit Blick auf das vergangene Jahr dürfen sich die Klagenfurter im Hoch wähnen: In den jüngsten acht Liga-Partien setzte es nur in Salzburg eine Niederlage, die letzten beiden Auswärtsspiele wurden gewonnen. (APA)

Kapfenberger SV Superfund - SK Austria Kelag Kärnten (Franz-Fekete-Stadion, Samstag, 18.00 Uhr/live Premiere Konferenz, SR Drachta). Bisherige Saisonergebnisse: 0:6 (a), 0:2 (h).

Kapfenberg: Eisl - Osoinik, Taboga, Fukal, Schellander - Lienhart, Siegl, Liendl, Sencar - Pavlov, Kozelsky

Ersatz: Schachner - Milosevic, Schönberger, Hüttenbrenner, Felfernig, Bernsteiner, Alar, Wieger, Zimmerman

Es fehlen: Stepanek (gesperrt), Rauscher, Pitter (beide rekonvaleszent), Susko, Akoto, Erkinger (alle krank)

Kärnten: Schranz - Pusztai, Riedl, Chaile - Bubenik, M. Weber, Junuzovic, Prawda - Bukva, Jagne, Sandro

Ersatz: Königshofer - Salvatore, Pichorner, Hinum, Chiquinho, Dollinger, Sand, Nuhiu, Schumacher

Es fehlt: Ortlechner (gesperrt)

 

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